Welche Wohnform passt zu mir? Folge 4: Bei den Eltern

Bei kaum einer anderen studentischen Wohnform scheinen sich Vor- und Nachteile derart zu Extremen auszubilden wie hier, weshalb „Wohnen bei den Eltern“ bei befragten Studierenden entweder auf überzeugte Zustimmung oder aber auf radikale Ablehnung stößt. „Wohnen bei den Eltern“ wird also nur für diejenigen in Frage kommen, für die die Vorteile klar im Mittelpunkt stehen – und bei denen Studienort und Wohnort der Eltern zufällig übereinstimmen.

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Der Auszug zu Beginn des Studiums symbolisiert Freiheit:

Endlich die totale Selbstbestimmung erlangen über Kühlschrankinhalt, Aufstehzeiten und andere häuslichen Regeln. Selbst Eltern, die sehr locker drauf sind und keinerlei spießiges Hausherrengehabe an den Tag legen, bleiben nun einmal Eltern und sind nicht die idealen Mitbewohner. Dennoch gibt es Studierende, die es vorziehen, zu Hause wohnen zu bleiben. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen.

Thomas (21) war eigentlich schon ausgezogen. Er hatte sein freiwilliges soziales Jahr 650 Kilometer vom Elternhaus entfernt absolviert. Nun beginnt er in der Universitätsstadt nahe dem Elternwohnort zu studieren und zieht wieder bei den Eltern ein. Warum? „Meine Eltern verdienen so viel, dass ich kein BaFöG bekomme – aber zu wenig, um die rund 600 Euro mal eben locker über den Tisch zu schieben, die ich monatlich für den Lebensunterhalt inklusive Miete benötigen würde. Ich müsste mir also einen Job suchen, was wiederum zu Lasten des Studiums ginge. Oder mich mit einem elterneinkommensunabhängigen Kredit der KfW verschulden. Da ich mit meinen Eltern halbwegs gut klarkomme, bleibe ich erst einmal zu Hause wohnen.“

Gesine (19) bleibt ebenfalls bei ihren Eltern wohnen: „Mein Freund wohnt nur 50 Kilometer entfernt. An den Wochenenden bin ich immer bei ihm. Da brauche ich erst einmal keine eigene Wohnung. Vielleicht suchen wir uns nächstes Jahr was auf halber Strecke und ziehen dann zusammen.“

Nina (20) genießt bei ihren Eltern den Mix aus absoluter Freiheit und Komfort: „Meine Eltern machen mir keine Vorschriften, dulden Partys, mein Zimmer hat über eine Treppe zum Garten einen eigenen Eingang, ich kann alle Haushaltsgeräte mitbenutzen und sogar ihren Zweitwagen. Wozu also der Stress mit einer eigenen Wohnung?“

Paul (23) überlegt, im nächsten Jahr für zwei Semester nach Frankreich zu gehen: „Ich sehe das mit dem Wohnen ziemlich pragmatisch. Warum ein Zimmer mieten und außerdem Kaution zahlen, wenn ich es nächstes Jahr sowieso erst einmal weg bin? Das Geld, das ich als studentische Hilfskraft verdiene, lege ich lieber für den Urlaub mit meiner Freundin zurück. Die wohnt übrigens auch noch zu Hause.“

Neben den hier sichtbar werdenden Gründen gibt es natürlich noch weitere. Klar ist aber auch, dass es nur dann funktionieren kann, wenn die Eltern sich aus dem Leben ihrer erwachsenen Kinder strikt heraushalten und sich gut gemeinte Ratschläge verkneifen.

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