Welche Wohnform passt zu mir? Folge 1: Die WG

Wer von zu Hause auszieht um zu studieren oder eine Lehrstelle anzutreten, spielt gedanklich meist mit mehreren Möglichkeiten. Aus finanziellen Gründen scheidet die eigene kleine Wohnung meist aus. Bleiben also im Wesentlichen Wohnheim, möbliertes Zimmer oder ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft.

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Vorteile und Nachteile

Zu den wichtigsten Vorteilen zählt der Kostenvorteil. Wenn drei oder vier oder noch mehr Leute sich Miete und die Nebenkosten teilen, kann man sich oft eine recht ansehnliche, großzügig bemessene Wohnung leisten. Auch dass man nicht allein in einer fremden Stadt lebt, sondern mit Leuten in ähnlicher Lebenssituation, zählt zu den klaren Vorteilen. Ebenso, dass man über die WG-Suche neue Leute kennenlernt. Denn in den meisten Fällen kennt man seine künftigen Mitbewohner noch nicht näher, sondern lernt sie erst beim Einzug kennen. Damit sind wir auch schon bei den möglichen Nachteilen. Das Zusammenleben in einer WG funktioniert nur auf Basis gegenseitiger Rücksichtnahme und Toleranz – fehlt es daran, ist der Ärger vorprogrammiert. Ein einziger Egomane reicht aus, um so ein WG-Projekt zu sprengen – er (oder sie) macht nie sauber, drückt sich wo er (oder sie) nur kann vor allen Pflichten, bedient sich ungefragt am Eigentum seiner Mitbewohner und hat auch sonst noch ein paar nervige Eigenschaften. Das führt meist dazu, dass die WG schon bald Auflösungstendenzen zeigt. Um solche Enttäuschungen zu vermeiden, kann es sinnvoll sein, mit den künftigen Mitbewohnern vor der Umsetzung des Wohnprojekts wenigstens mal ein Wochenende zu verbringen.

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Achtung: Juristische Fallstricke einer WG

WG, das hört sich ziemlich locker an. Rechtlich betrachtet, ist oft das Gegenteil der Fall. Wir empfehlen Ihnen in jedem Fall die Mitgliedschaft in einem örtlichen Mieterverein. Gegen einen geringen Monatsbeitrag können Sie sich dort rechtlichen Rat einholen, wenn es mit der WG nicht klappt – egal, ob Sie Hauptmieter, Mitmieter oder Untermieter sind. Generell lassen sich in der WG drei Formen des Mietverhältnisses unterscheiden:

  • Ein WG-Mitglied als Hauptmieter
    Man hat als Hauptmieter beispielsweise das Recht, einen putzunwilligen Untermieter zu kündigen – sogar ohne Angabe von Gründen. Man muss sich nur an die gesetzliche Kündigungsfrist halten. Das hat durchaus Vorteile. Allerdings hat man auch Pflichten zu tragen. Zahlt z. B. ein Untermieter seinen Anteil nicht, muss der Hauptmieter für die Gesamtmiete geradestehen. Du solltest also von deinen Mitbewohnern eine finanzielle Sicherheitsleistung verlangen.
  • Einzelmietverträge mit allen WG-Mitgliedern
    Manche Vermieter vermieten WG-Zimmer lieber einzeln, ganz ähnlich wie in Studentenwohnheimen. Jedes WG-Mitglied unterschreibt dann einzeln seinen eigenen Mietvertrag über das jeweilige Zimmer sowie die Mitbenutzung der Gemeinschaftsräume. Nachteil: Falls ein Putzverweigerer oder Querulant das Zusammenleben erschwert, kann selbst die WG-Mehrheit nicht verlangen, dass er rausgeworfen wird. Natürlich kann die Mehrheit mit dem Vermieter reden und ggf. selbst mit Kündigung drohen, falls der unangenehme Mitbewohner nicht vor die Tür gesetzt wird. Wie jeder Mieter haben nämlich auch WG-Mieter das Recht vom Vermieter zu verlangen, dass er sich um störungsfreies Wohnen bemüht. Kommt dem Vermieter dem Verlangen nicht nach, können die genervten Mitbewohner die Miete mindern.
  • Alle WG-Mitglieder als Hauptmieter im Mietvertrag
    Sind alle WG-Mitglieder Hauptmieter auftreten, kann keiner der Mitbewohner vor die Tür gesetzt werden. Hier bleibt im Ernstfall nur die gemeinsame Kündigung – eventuell mit der Option, dass alle außer dem Störenfried einen neuen Mietvertrag mit dem Vermieter aushandeln. Zieht ein Mitbewohner aus, haften die verbleibenden Mieter weiter für die Miete, bis ein neuer Mitbewohner eingezogen ist. Achte darauf, dass der Mietvertrag eine Klausel enthält, nach der sich der Vermieter mit dem Wechsel von einzelnen Mietvertragsparteien grundsätzlich einverstanden erklärt.
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Ein WG-Zimmer zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Konkurrenz ist groß, die Auswahlkriterien sind hart. 

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