Ungewollt schwanger – und jetzt?

Bin ich etwa schwanger? Die Feststellung einer Schwangerschaft sorgt bei jeder Frau für chaotische Gefühle, besonders dann, wenn die Schwangerschaft ungewollt eintritt. Doch gerade jetzt gilt es, einen klaren Kopf zu bewahren, denn wichtige Überlegungen und Entscheidungen stehen an. Eine Schwangerschaft bedeutet eine tiefgreifende Veränderung, die gesamte Zukunft steht auf dem Prüfstand: Was wird aus Ausbildung, Studium, Beruf? Wer kann das Baby betreuen?

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Reden statt Schweigen

Kommt die Schwangerschaft völlig überraschend, ist es gerade jetzt wichtig, die Gedanken an die Schwangerschaft nicht weit weg zu schieben, sondern sich bewusst damit auseinanderzusetzen. Steht die Schwangerschaft eindeutig fest, stellt sich die Frage, wer davon erfahren sollte. Der werdende Vater und – jedenfalls bei minderjährigen Schwangeren – die eigenen Eltern sollten möglichst früh eingeweiht werden, dazu vielleicht eine vertraute Freundin. Manche Jugendliche trauen sich nicht, mit dem Freund oder den Eltern über die Schwangerschaft zu sprechen, weil sie Angst vor einer ablehnenden Reaktion haben. Auch wenn die Schwangerschaft Folge eines One-night-stands ist, ist das Gespräch mit dem angehenden Vater eventuell schwierig, trotzdem muss er davon erfahren. Vielleicht wird aus der einen Nacht ja doch eine gemeinsame Elternschaft!

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Möglichst schnell möglichst gute Infoquellen erschließen

In jedem Fall ist es gut, die Hilfe einer Schwangerschaftsberatungsstelle in Anspruch zu nehmen. Die Berater sind mit den vielfältigen Problemen Schwangerer vertraut (und sie unterliegen der Schweigepflicht). Auch die werdenden Väter und die Eltern der Schwangeren sollten sich beraten lassen, um gemeinsam mit der Schwangeren die anstehenden Aufgaben anzugehen. Für jugendliche Schwangere ist das Jugendamt eine wichtige Anlaufstelle. Beim Jugendamt können finanzielle Hilfen beantragt werden, außerdem werden Fragen des Sorgerechts und Unterhaltsfragen geklärt. Auch bei einer eventuell anstehenden Wohnungssuche, der Unterbringung in einem Mutter-Kind-Heim oder der Suche nach einem Kinderbetreuungsplatz hilft das Jugendamt

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Ausbildung und Schule sind mit Schwangerschaft vereinbar

Schwangerschaft mit Schule oder Ausbildung vereinbaren, auch das ist zu schaffen. Wichtig ist es hierfür, die Frage der Kinderbetreuung frühzeitig zu klären. Vielleicht können ja die eigenen Eltern oder die Eltern des Vaters einen Teil der Betreuung übernehmen oder wenigstens im Notfall einspringen. Kinder ab einem Alter von wenigen Monaten werden in Kinderkrippen oder von Tagesmüttern zu Hause betreut. Gerade für schwangere Teenager ist es wichtig, Schule oder Ausbildung nicht abzubrechen. Die abgeschlossene Ausbildung ist schließlich der Grundstein für eine spätere finanzielle Unabhängigkeit. Kündigungsschutz in der Schwangerschaft und bis zum vierten Monat nach der Geburt, gesundheitlicher Schutz am Arbeitsplatz und Mutterschutzfrist gewährleisten eine gewisse Sicherheit rund um Schwangerschaft und Geburt. Gleiches guilt natürlich auch für Schwangere, die bereits berufstätig sind.

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Mit klarem Kopf alle Möglichkeiten sondieren

Viele, vor allem junge Frauen sind über eine ungeplante Schwangerschaft zunächst erschrocken und fühlen sich überfordert. Vielleicht wendet sich der Freund ab und den Eltern ist die Schwangerschaft der Tochter peinlich. Der erste Gedanke mag sein, die Schwangerschaft abzubrechen. Doch jetzt darf nichts überstürzt werden, denn ein Schwangerschaftsabbruch kann zu einer starken seelischen Belastung für das gesamte weitere Leben werden – und er lässt sich definitiv nicht rückgängig machen. Falls es wirklich keine Möglichkeit zu geben scheint, das Kind selbst großzuziehen, kann es auch für eine Zeit in einer Pflegefamilie untergebracht werden. Hier besucht die Mutter ihr Kind regelmäßig und kann es später, wenn sich die gesamte Situation gebessert hat, wieder zu sich nehmen. Eine andere Möglichkeit ist es, das Kind zur Adoption freizugeben. Die eigentliche Einwilligung zur Adoption kann aber erst acht Wochen nach der Geburt gegeben werden. So gibt es Zeit, den früher gefassten Entschluss zu überdenken und eventuell zu revidieren. In jedem Fall ist die Entscheidung für das Kind eine Entscheidung für das Leben und viele zunächst unüberwindlich scheinende Probleme lassen sich sicherlich mit der Zeit bewältigen.

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Einige bundesweite Anlaufstellen

  • Diakonisches Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland
  • Deutscher Caritasverband
  • Frauenwürde e.V.
  • Donum Vitae e.V.
  • Sozialdienst katholischer Frauen
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Schwanger unter 20? Weitere Tipps und Hinweise gibt es hier:

http://www.schwanger-unter-20.de/

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