Superfood oder einfach nur Gras? Ernährungstrend Weizengras

Nun essen sie auch noch Gras! Was den einen wundert, ist des anderen geheimer Gesundheitstipp. Am Trend Weizengras trennen sich die Meinungen: Fans der zarten Halme schwören auf seine vielen Inhaltsstoffe und die wohltuende Wirkung. Alle anderen schütteln nur verwundert mit dem Kopf. Grund genug, sich mit dem Weizengras einmal näher zu beschäftigen.

Der Gedanke ist gewöhnungsbedürftig: Gras auf der Fensterbank großzuziehen, um es sich dann über die Gemüsesuppe zu streuen. Alternativ kann man das Gras auch entsaften und zum Frühstück trinken. Für eine Kuh ist das sicherlich lecker. Aber wie sieht es beim Menschen aus? Anhänger des Weizengras-Trends finden an der dunkelgrünen Speise nichts merkwürdig. Sie weisen auf die guten Inhaltsstoffe der jungen Halme hin. Je nachdem wen man fragt und auf welche Inhaltsstoffliste man schaut, enthält Weizengras beispielsweise zwischen 14,2 und 133,2 Milligramm Eisen. In der gleichen Menge Basilikum stecken 7,3 Milligramm. Da es keine offizielle Nährwerttabelle für das als Superfood betitelte Gras gibt, schwanken die Angaben für den Vitamin-C-Gehalt und den von Magnesium und Zink ebenfalls. Allerdings ist man sich einig: Hoch ist der Gehalt auf jeden Fall.

nach oben

Zu viel des Guten kann auf den Magen schlagen

Deshalb essen oder trinken bekennende Fans der zarten Halme das Gras täglich, verwenden es für Entsäuerungskuren und preisen seine wohltuende Wirkung. Angeblich kann es Erschöpfungssymptome lindern, Hautprobleme bessern und dabei helfen, den Cholesterinspiegel zu regulieren sowie den Blutdruck zu senken. Mag sein, dass das ein oder andere stimmt – oder sogar alles. Wissenschaftlich belegt ist eine gesundheitsfördernde Wirkung des Weizengrases nicht. Nur allzu logisch ist allerdings, dass zu viel des guten Grases empfindlichen Menschen auf den Magen schlägt. Denn Weizengras-Produkte enthalten einen hohen Anteil an unverdaulichen Pflanzenfasern, welche roh und in größeren Mengen verzehrt zu Magen- und Darmproblemen führen können. Ansonsten sind keine weiteren schädlichen Nebenwirkungen zu befürchten.

nach oben

Graszucht auf dem Balkon

Wegen des leicht bitteren Geschmacks der Halme oder des dunkelgrünen Getränks wird gerne empfohlen, die Halme zunächst zusammen mit einem süßen Apfel zu entsaften – und sich so langsam an den grasigen Geschmack zu gewöhnen. Um den Saft herzustellen, braucht es nur einen Entsafter. Und natürlich das Gras. Dafür sind die Saaten notwendig, die man im Reformhaus oder Bioladen erhält, und ein Pflanzschälchen. Nun muss die zarte Saat nur noch regelmäßig angefeuchtet werden, bis sie nach rund 14 Tagen reif zur ersten Ernte ist. Wer auf den Geschmack kommt, muss allerdings eine Art Rotationssystem zwischen Neusaat und Ernte entwickeln, um zum Frühstück immer frisches Gras parat zu haben. Bequeme Liebhaber des grünen Tranks kaufen das Weizengras deshalb frisch gepflückt übers Internet oder besorgen sich fertigen Weizengrassaft aus der Flasche.

nach oben

Alternative Weizengraspulver?

Eine Alternative zum frischen Gras sind Pulverprodukte. Der Nachteil hierbei ist, dass der Vitaminschub wesentlich kleiner ausfällt als erhofft, weil der Nährstoffgehalt im Pulver deutlich geringer ist als bei frischem Weizengras. Denn durch den Trocknungsprozess gehen hitzeempfindliche Vitamine verloren. Darüber hinaus hat „Öko-Test" kürzlich in einem Bio-Weizengraspulver Pestizide gefunden. Natürlich kann man von einem Fund nicht gleich auf alle anderen Produkte schließen. Was aber eindeutig ist, ist der Preis. So kosten 500 Gramm je nach Anbieter – und ob es sich um Bioqualität handelt oder nicht – zwischen knapp 15 und 47 Euro. Wer den Selbstanbau konsequent betreibt, kommt damit auf lange Sicht günstiger weg und kann sich sicher sein, dass keine unerwünschte Chemie drin steckt. Bleibt nur noch zu klären, ob man Weizengras tatsächlich essen muss. Nun, müssen sicherlich nicht. Es schadet aber auch nicht, wenn es Teil einer ausgewogenen Ernährung ist. Unser Fazit lautet: Jeder so, wie er mag. Wer die grünen Halme ablehnt, braucht deswegen aber kein schlechtes Gewissen zu haben.

nach oben

Weitere Tipps, Tests und Artikel

Blauer Schwede, Jaune de Doubs, Topinambur oder Ochsenherztomate.

Wer die grundlegenden Tricks der Food-Fotografie beherrscht, muss sich um fehlende Likes auf Facebook keine Sorgen machen. 

Laktosefreie Milch, Käse, Butter oder Kekse: Hübsch verpackt locken diese Produkte in den Supermarktregalen den Verbraucher.