Sexuelle Übergriffe

Wie kann ich mich schützen?

Sexuelle Übergriffe können offen und gewalttätig sein, aber auch sehr subtil daherkommen, etwa durch Blicke, verletzende Worte oder sexualisierte Gesten. Sie passieren am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz, aber auch in Gruppen von vermeintlichen Freunden. Setz dich zur Wehr, wenn jemand dich zu etwas auffordern oder zwingen möchte, bei dem du ein unangenehmes Gefühl hast. Sprich mit einer Person deines Vertrauens, wie guten Freunden oder Eltern, darüber oder wende dich an eine Beratungsstelle. Schweigen ist hier immer der falsche Weg, denn von allein hören die Übergriffe meist nicht auf.

Selbstverteidigungskurse und das Erlernen von Kampftechniken bieten zwar keinen Rundum-Schutz vor Übergriffen aller Art, aber sie machen dich körperlich stark und selbstbewusst. Du lernst außerdem verschiedene Strategien der Abwehr. Ein lautes und deutliches „Nein“ wird dir auf jeden Fall leichter über die Lippen kommen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Machtspiele unter Kollegen oder zwischen Vorgesetzten und Untergebenen führen immer wieder zu sexuellen Belästigungen. Weise das Verhalten ruhig und entschieden zurück. Setze eine deutliche Grenze. Gegebenenfalls wende dich an einen Vorgesetzten oder die Personalabteilung. Du kannst auch Karriere machen, ohne deinen Körper dafür herzugeben!

Sexuelle Attacken im öffentlichen

Raum Es kann leider immer passieren, dass man in Parks, öffentlichen Verkehrsmitteln, in Discos oder sogar auf offener Straße sexuell genötigt wird, wobei es sich zunehmend nicht mehr um Einzeltäter handelt, sondern die Übergriffe auch aus einer Gruppe heraus geschehen. Wenn irgendwie möglich, ist Wegrennen immer die erste Option. Der Gebrauch einer Trillerpfeife oder lautes aggressives Schreien kann auch sinnvoll sein, um hilfsbereite Passanten aufmerksam zu machen. Der Einsatz von Abwehrmitteln wie Elektroschockern und Pfefferspray kann leicht nach hinten losgehen – der Klassiker ist der Pfeffersprayeinsatz bei Gegenwind. So etwas würde dich absolut hilflos machen und dich als Opfer noch mehr gefährden. Wenn du dich dennoch auf diese Mittel verlassen möchtest, solltest du dich mit der Handhabung vorab vertraut machen, damit du im Bedarfsfall nicht erst die Gebrauchsanweisung lesen musst.

Sexualisiertes Mobbing

Das Schlechtmachen anderer Personen besonders im sexuellen Bereich ist eine Sonderform des Mobbing. Sexuelle Übergriffe kommen auch ganz ohne körperliche Gewalt aus. Solche verbalen Verletzungen können sehr weh tun. Gerade in sozialen Netzwerken werden einzelne zum Gespött aller gemacht. Und das rund um die Uhr. Meist sind Täter und Opfer miteinander bekannt. Wenn du selbst Grenzverletzungen erlebt hast, kannst du natürlich versuchen, die Täter zur Rede zu stellen. Sollte das nicht helfen, solltest du dir professionelle Hilfe suchen.

Stalking

Ein Stalker terrorisiert andere, indem er sie auf Schritt und Tritt verfolgt oder sie pausenlos mit SMS, Anrufen oder Whatsapps belästigt. Opfer sind keineswegs nur Prominente, insgesamt sind Frauen häufiger betroffen als Männer. Typische Täter sind Ex-Partner. Falls du mit deinem Freund oder deiner Freundin Schluss gemacht hast und jetzt regelrecht verfolgt wirst, versuche noch einmal, durch eine klare Ansage eine Grenze zu ziehen. Manch einer will durch Stalking seine Verliebtheit zeigen. Zeige ganz klar, dass du für solche eine Art der Annäherung nicht zu haben bist. Gehe nicht auf Anrufe, SMS und andere Kontaktaufnahmen ein. Manch ein Stalker ist allerdings so hartnäckig, dass du ohne die Hilfe einer Beratung der Sache kein Ende setzen kannst.

Übergriffe unter Gleichaltrigen

In Gruppen kann leicht eine Dynamik entstehen, die dazu führt, dass einzelne Mitglieder sich unter Druck gesetzt fühlen. Sie werden aufgefordert oder gar genötigt, oft unter Alkoholeinfluss oder Drogen, sexuelle Handlungen durchzuführen, die sie eigentlich ablehnen. Oder intime Fotos werden gemacht und ins Netz gestellt gegen den Willen der Betroffenen. Wende dich an eine Beratungsstelle, wenn du selbst Opfer bist. Und versuche, deine Freunde zu schützen, wenn du merkst, wie eine Situation aus dem Ruder läuft.

Auch Männer sind betroffen

Als Mann bist du keineswegs vor sexuellen Übergriffen sicher. Dreckige Witze oder völlig aus der Luft gegriffene Homo-Anspielungen kommen durchaus vor. Meist gehen sie weniger von einer Einzelperson, als vielmehr von einer ganzen Gruppe von Kollegen oder sogenannten Kumpels aus. Auch Frauen sind unter den Tätern zu finden. Es ist wichtig für dich, hier eine klare Grenze zu ziehen und diese deinen Kollegen deutlich mitzuteilen.

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