Schenk mir eine neue Nase

„Bin ich schön?“ – der allmorgendliche Blick in den Spiegel ist meist ein kritischer, gerade unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Ist meine Nase zu groß, sind meine Brüste zu klein, habe ich zu viele Pickel? Bin ich attraktiv genug für den begehrten Freund oder die ersehnte Freundin? Kann ich bei meinem Aussehen überhaupt Erfolg im Beruf haben? Eine Schönheitsoperation scheint eine verlockend einfache Lösung des Problems, fast so wie ein Besuch beim Friseur. Doch ein eventuell gefasster Plan zu einem solchen Eingriff sollte gründlich überdacht werden, denn Operationen bergen immer Gefahren. Und warum sollte man sich solchen Risiken aussetzen, wenn es dafür keine medizinische Indikation gibt?

nach oben

Geplante Schönheit vom OP-Tisch

Eine neue Nase oder ein neuer Busen als Geschenk zur bestandenen Prüfung, dieser Trend aus den USA wird auch hierzulande immer populärer. Nasenkorrekturen, Fettabsaugen an Oberschenkeln und Po, Brustoperation und Akne-Behandlungen mit Laser stehen besonders hoch im Kurs. Aussehen wie die Lieblingssängerin oder der Lieblingsschauspieler ist angesagt. Und wer möchte nicht im Mittelpunkt stehen wegen seiner makellosen Schönheit? Schönheit bedeutet Erfolg auf allen Ebenen, bei der angestrebten Karriere ebenso wie beim anderen Geschlecht. Viele Promis helfen ihrem Aussehen mit Schönheitsoperationen auf die Sprünge, warum sollten Jugendliche darauf verzichten? Und während früher niemand von einer Schönheitsoperation wissen sollte, werden solche Eingriffe heute in aller Öffentlichkeit dokumentiert. Aber nicht alles, was möglich ist, ist deshalb auch schon empfehlenswert.

nach oben

Unerwünschte Nebenwirkungen der Schönheits-OP sind nicht zu unterschätzen

Volljährige junge Erwachsene dürfen selbst entscheiden, ob sie sich für ihr Aussehen unters Messer begeben, wenn die finanzielle Frage geklärt ist. Kliniken werben mit günstigen Preisen, aber runde 4.000 Euro werden für eine Brustoperation schon mal fällig. Im Ausland ist die gleiche Leistung oft billiger zu haben. Jugendliche unter 18 brauchen die Einwilligung der Eltern oder Erziehungsberechtigten für eine Schönheitsoperation. Immer lauter werden Forderungen nach einem gesetzlichen Verbot für Schönheits-OPs an Minderjährigen, weil Jugendliche die Risiken und Folgen eines solchen Eingriffs nicht ausreichend abschätzen können. Tatsächlich können diese gravierend sein: Wird z. B. bei unterschiedlich großen Brüsten ein Implantat in die kleinere Brust eingesetzt, kann eine Folgeoperation nötig sein, wenn die Brüste später noch wachsen. Die Narben können besonders bei Jugendlichen größer werden. Auch im Gewebe kann sich eine Narbe um ein Implantat bilden, die zu einer Verhärtung und Verformung der Brust führt. Wie bei allen Operationen sind die allgemeinen Gefahren wie Infektionen, Blutungen und Narkose-Risiken nicht zu unterschätzen. Nur der Titel „Facharzt für plastische/ästhetische Chirurgie“ oder „Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie“ bürgt übrigens dafür, dass der jeweilige Arzt eine sechsjährige Weiterbildung absolviert hat.

nach oben

Der bessere Weg: Vertrauen in den eigenen Körper

„Bin ich schön?“ – diese Frage wird im stillen Kämmerlein vielleicht auch mal mit einem „Nein“ beantwortet, wenn das geltende Schönheitsideal als Maßstab angelegt wird. Aber deshalb geht die Welt nicht unter. Gerade Abweichungen von Schönheitsnormen machen das individuelle Aussehen zu etwas Besonderem und Einzigartigem. Menschen, die durch chirurgische Eingriffe im Gesicht einem Schönheitsideal hinterherhetzen, wirken oft maskenhaft und erstarrt. Ein wutverzerrtes Gesicht oder ein lebendiges, natürliches Lachen kommen viel sympathischer daher. Wer aber wegen seines Aussehens seine Lebensfreude ernsthaft beeinträchtigt sieht, sich nicht aus dem Haus traut und den Umgang mit anderen meidet, sollte eher die Hilfe eines Psychotherapeuten suchen als die eines Schönheitschirurgen.

nach oben

Weitere Tipps, Tests und Artikel

Warum unser Plastikkonsum schlecht für die Umwelt und unsere Gesundheit ist.

Nachdem es immer mehr Rauchverbote hagelt, greifen junge Menschen zunehmend zu E-Zigaretten und E-Shishas.

Darauf müsst ihr achten, damit die Pille richtig wirkt. Informiert euch über die wirkungsbeeinträchtigenden Mittel.