Raus aus der Schule, rein ins Leben? Was Schulabbrecher bedenken sollten.

In Deutschland gilt die Schulpflicht. Wer sich der Schulpflicht entzieht, kann – sowohl als Eltern als auch als Schüler – bestraft werden. Die Dauer der Schulpflicht ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Mal sind es neun, mal zehn Jahre, mal gibt es darüber hinaus eine Berufsschulpflicht bzw. die Pflicht, ein berufsvorbereitendes Jahr zu absolvieren. Wer seine Pflichtjahre absolviert hat (Ehrenrunden werden angerechnet), kann die Schule auch ohne Abschluss verlassen.

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Gute Gründe für den Schulabbruch

Da der Sinn des Schulbesuchs darin besteht, eine Allgemeinbildungsgrundlage zu schaffen, gibt es eigentlich keinen guten Grund, die Schule ohne Abschluss zu verlassen. Denn die komprimierte Form der Allgemeinbildung, die der Schulbesuch vermittelt, kann – auch wenn man das im Moment vielleicht ganz anders sieht – sehr nützlich sein. Denn generell gilt: Je mehr ein Mensch weiß, desto weiter sein geistiger Horizont und desto größer seine beruflichen Chancen. Wenn man meint, genug zu wissen, kann es nur einen Grund geben, die Schule ohne Abschluss zu verlassen: Man bekommt die Traumausbildungsstelle angeboten. Doch im Normalfall bevorzugen Ausbildungsbetriebe Bewerber mit einem regulären Abschluss.

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Schlechte Gründe für den Schulabbruch

Momentane Unlust, Frustphasen, Leistungstiefs, der Wunsch, was von der Welt zu sehen – subjektiv nachvollziehbare, objektiv aber sehr schlechte Gründe. Denn in Deutschland führt der Weg zum beruflichen Erfolg nun einmal über einen ordentlichen Schulabschluss. Und wer was aus seinem Leben machen will, sollte solchen momentanen Wünschen keinesfalls nachgeben, sondern versuchen, die Ursachen für Frust und Leistungstiefs zu ergründen und zu beseitigen. Übrigens holen viele Schulabbrecher den versäumten Abschluss in späteren Jahren dann doch noch nach – ein Umweg, der in jedem Fall Zeit kostet. Warum also nicht gleich dranbleiben?

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Wie sag ich es meinen Eltern?

Eltern fallen meist aus allen Wolken, wenn man sie mit dem Wunsch konfrontiert, die Schule ohne Abschluss zu verlassen. Selbst wenn die Pflichtjahre absolviert sind und der Nachwuchs vielleicht schon volljährig ist, sehen Eltern es meistens am liebsten, wenn ihr Kind einen möglichst hohen und möglichst guten Abschluss macht. Ganz schlecht ist es deshalb, den Eltern ohne Angabe von Gründen mitzuteilen, dass man die Schule verlassen will. Es verstärkt auf Seiten der Eltern das Gefühl der Hilflosigkeit und eigenen Versagens – und bricht die Brücke zum Elternhaus oft radikal ab. Besser ist es, den Eltern die konkreten Gründe mitzuteilen, warum man im weiteren Schulbesuch keinen Sinn sieht. Selbst wenn das am Ergebnis nichts ändert, bleibt man doch im Gespräch miteinander. Allerdings ist es auch denkbar, dass man mit den Eltern gemeinsam eine Lösung findet – je nach Grund etwa einen Schulwechsel, ein Jahr im Ausland, Unterstützung bei der Ausbildungsplatzsuche oder ein Auszug von zu Hause, um die Lernbedingungen zu verbessern.

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