Prüfungsangst - unvermeidlicher Begleiter

Das kennt jeder: Eine Prüfung oder Klausur steht an und die Unruhe steigt. Oft macht sich die Angst, in einer Prüfung zu versagen, schon lange vor dem Tag X bemerkbar: Schlaflosigkeit, Durchfall oder Verstopfungen, Appetitlosigkeit, Reizbarkeit, depressive Stimmungen, Herzklopfen und feuchte zittrige Hände sind typische Symptome dafür. Etwa 40 Prozent der Studenten geben an, unter großer Prüfungsangst zu leiden, mitunter kommt es sogar zu Panikattacken. Dabei kann Stress vor einer Prüfung durchaus positive Effekte haben: Körper und Geist sind in erhöhte Wachsamkeit versetzt und daher besonders leistungsfähig. Ein aktiver Umgang mit Prüfungsängsten ist immens wichtig. Und wem es gelingt, mit einer positiven Einstellung in die Prüfung zu gehen, der hat meist schon gewonnen.

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Die gründliche Vorbereitung

Verschaffe dir rechtzeitig einen Überblick über das Lernpensum und erstelle dir einen realistischen Lernplan. Zeit für Pausen und Wiederholungen sind wichtig und nehmen dir den Druck. Erkundige dich nach früheren Prüfungsaufgaben, so kannst du besser einschätzen, was wirklich auf dich zukommt. Gerade für mündliche Prüfungen ist es wichtig, das Gelernte vorab Freunden oder Studienkollegen vorzutragen, so bekommst du mehr Sicherheit und übst dich darin, frei zu sprechen und auf Fragen zu antworten.

Die positive Einstellung

Gehe bewusst mit einer positiven Einstellung in die Prüfung: Du hast dich gut vorbereitet und kannst deinen Leistungen vertrauen. Du weißt um deine Fähigkeiten. Erinnere dich an andere schwierige Situationen, die du in deinem Leben schon gemeistert hast. Bedrückende Angstgefühle entspannen sich so. Vielleicht gelingt es dir sogar, mit einer leichten freudigen Ungeduld in die Prüfung zu gehen, schließlich möchtest du dein Wissen endlich präsentieren.

Die Motivation

Nutze die Aufregung vor einer Prüfung für eine gute Motivation. Gib dich kämpferisch und lass dich von der Prüfung nicht unterkriegen: Mach dir klar, dass du nicht für die Prüfung lernen musst, sondern lernen willst. Schließlich hast du die Ausbildung oder das Studium selbst deinen Interessen gemäß gewählt. Suche dir keine billigen Ausflüchte, um dich vor den Vorbereitungen für die Prüfung zu drücken, sondern mach dich unverzüglich an die Arbeit. Deinen Kleiderschrank kannst du auch nach der bestandenen Prüfung noch aufräumen. Je besser die Vorbereitung, desto geringer ist die Prüfungsangst. Und überlege dir im Vorfeld schon eine kleine Belohnung für die bestandene Prüfung.

Die überschätzte Prüfung

Sicher ist eine Prüfung immer wichtig. Doch auch wenn es mal nicht klappen sollte: Für die meisten Prüfungen hast du mindestens einen weiteren Versuch. Und wer einmal eine Prüfung nicht besteht, muss sich nicht schämen und hat noch lange nicht für den Rest seines Lebens versagt.

Die Entspannung

Wenn du ständig unruhig und unkonzentriert bei den Vorbereitungen für die Prüfung bist, solltest du eine Entspannungstechnik erlernen und regelmäßig anwenden, etwa Yoga, Tai Chi oder Autogenes Training. Bewährt hat sich auch folgende Atemübung: Lege beide Hände auf den Bauch unterhalb des Nabels. Atme ruhig in den Bauch ein und spüre, wie die Bauchdecke sich gleichmäßig hebt und senkt. Du merkst, wie sich Anspannung und Unruhe lösen. Diese Übung kannst du entweder auf dem Rücken liegend mit aufgestellten Beinen durchführen oder ganz einfach im Sitzen. Das kann dir auch am Tag der Prüfung selbst helfen.

Der Blackout

Trotz guter Vorbereitung kann es jedem passieren: Alles ist plötzlich weg, nichts geht mehr. Was tun? Verharre nicht passiv, sondern bitte den Prüfer mit einem Hinweis auf deine Nervosität, die Frage zu wiederholen. Versuche, an das Thema anzuknüpfen oder bitte um eine ganz andere Frage, die deine Gedanken dann wieder in Fluss bringt. In schriftlichen Prüfungen hat es sich bewährt, zu einer anderen Aufgabe zu wechseln und später die abgebrochene Aufgabe erneut zu bearbeiten. So löst sich die Blockade leichter. Und ein Blackout ist kein Grund, sich zu schämen oder die Prüfung abzubrechen, denn sie ist noch längst nicht verloren.

Die Abschlussprüfung

Bei Abschlussprüfungen ist oftmals nicht die Prüfung selbst der Grund für die Angst, denn auf dem Weg dahin wurden ja schon etliche Prüfungen gemeistert. Größere Sorgen und Ängste bereiten eher die bestandene Prüfung und die Ungewissheit des Danach. Denn jetzt ist wirklich der Zeitpunkt gekommen, die ganze Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Sei stolz und zuversichtlich: Du hast ein Studium oder eine Ausbildung deiner Wahl erfolgreich absolviert! Der erste angestrebte Arbeitsplatz ist noch keine Entscheidung fürs Leben. Nutze deine Möglichkeiten!

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