Profil zeigen – das perfekte Bewerbungsfoto

In Kooperation mit Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie www.berufsstrategie.de

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Worauf achtest du, wenn du jemanden kennen lernst? In allererster Linie doch auf Gesicht und Mimik, oder? Wirkt der andere freundlich, angespannt, sympathisch oder verschlossen? So ähnlich funktioniert es auch mit dem Bewerbungsfoto. Bilder können die Aufmerksamkeit des Betrachters beeinflussen, Interesse erzeugen, Neugier wecken und Gefühle mobilisieren: „Ach, der wirkt ja sehr sympathisch.“ oder „Die sieht aufgeweckt aus.“ Das Foto ist fast immer das erste, was sich Personalverantwortliche ansehen, um sich dann in Sekundenschnelle bereits ein erstes Urteil zu bilden: Was für einen Eindruck macht dieser Mensch auf mich?

Natürlich ist es nur eines unter mehreren Bewerbungsargumenten, die zur Vorstellungsgesprächs-Einladung führt, aber eben nicht von geringer Bedeutung – auch wenn viele Personaler das sicherlich abstreiten würden. Denn nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) dürfen sie nicht einmal mehr ein Foto verlangen. Trotzdem empfiehlt es sich, ein Bild mitzuschicken, denn es gibt der Bewerbung ein Gesicht und stimmt den Personalverantwortlichen positiv auf die eigentlich relevanten Inhalte der Unterlagen ein. Das heißt, nicht nur die Erstellung einer Bewerbung sollte mit Bedacht geschehen, auch das Bewerbungsfoto muss sorgfältig ausgewählt werden.

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Lass den Profi ran!

Wer jetzt einen Urlaubsschnappschuss oder ein Amateurfoto von einem Freund oder einer Freundin zur Hand nimmt, begeht einen groben Fehler. Denn ein überzeugendes Bewerbungsfoto entsteht nicht „zwischen Tür und Angel“. Absolut tabu sind auch Automatenbilder, die zwar billiger und schneller zu haben sind, aber leider auch so aussehen und ganz schnell Zweifel an deiner Motivation aufkommen lassen. Frag doch mal in deinem Freundeskreis herum, ob nicht jemand einen guten Fotografen kennt. Achte bei deiner Wahl dann nicht nur auf den Preis (Kostenpunkt zwischen 50 und 120 Euro), sondern vielmehr auf die Qualität der Referenzbilder, die du dir im Internet oder direkt bei ihm im Laden anschauen kannst. Wohlmöglich hast du bereits viel Geld und Zeit in deine Ausbildung, Studium und sonstige Fortbildungsmaßnahmen gesteckt – ausgerechnet jetzt anzufangen zu sparen, zahlt sich wirklich nicht aus.

Verabrede keinen Fototermin von jetzt auf gleich, sondern ruf vorher an, um alle wichtigen Fragen abzuklären. Dabei merkst du dann auch, ob die Chemie zwischen dir und demjenigen am anderen Ende der Leitung stimmt. Ist er kurz angebunden, beantwortet er all deine Fragen, berät er dich schon zum Thema Outfit? Wenn du Preise vergleichst, vergleiche in jedem Fall auch die Leistung des Fotografen. Stell dir/ ihm dazu folgende Fragen:

  • Wie viel Zeit ist für die Aufnahmen eingeplant?
  • Bekommst du vor dem Shooting ein professionelles Styling?
  • Wie sieht es mit einer anschließenden Bildbearbeitung aus?
  • Wie viele Aufnahmen entstehen normalerweise?
  • Kannst du die Fotos direkt auf CD mitnehmen?
  • Interessieren den Fotografen deine persönlichen Stärken und Fähigkeiten?
  • Will er/ sie wissen wofür du dich bewirbst?

Einen guten Fotografen erkennst du allein daran, dass er sich genügend Zeit für dich nimmt. Und auch du musst dich auf die Person hinter der Kamera einlassen können. Wenn du es irgendwie einrichten kannst, schau vorab einmal persönlich bei ihm vorbei. Dann siehst du gleich, ob dir die Atmosphäre im Studio gefällt und ob du dich wohlfühlst. Ist das nicht der Fall, such dir lieber einen anderen Fotografen.

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Lächeln statt Augenringe

Plane den Termin für dein Bewerbungsfoto frühzeitig ein und bringe genügend Zeit dafür mit. Denn erstens sind gute Fotografen sehr gefragt und oft schon auf Wochen ausgebucht, und zweitens sollte das Shooting ganz in Ruhe stattfinden können. Schlecht gelaunt oder müde nach einer durchfeierten Nacht zu sein, sind nicht die besten Voraussetzungen für gute Aufnahmen. Je besser deine Stimmung, dein Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl, desto mehr Ausstrahlung hast du auch auf den Fotos. Falls es dir an dem Shooting-Tag also nicht gut geht, verschieb den Termin lieber. Jeder professionelle Fotograf hat dafür Verständnis, weil er weiß, dass das Ergebnis sehr von der Tagesform des Models abhängig ist.

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Wie man sich kleidet, so wirkt man

Deine Kleidung beim Fototermin sollte zum allgemeinen Unternehmensstil passen. Kleide dich also so, wie du auch zum Vorstellungsgespräch in der Firma, für die du dich bewirbst, erscheinen würdest – nicht quietschend bunt, sondern eher dezent, maximal zweifarbig. Haar- und Augenfarbe sind gute Referenzpunkte für die Farbauswahl. Bei kreativen Berufen darf es gern etwas ausgefallener sein, bei klassischen lieber konservativ mit Kostüm oder Anzug. Ein professioneller Fotograf berät dich auch gerne bei der optimalen Auswahl. Bring also am besten gleich mehrere Outfits mit, die du vorher schon einmal anprobiert und vor dem Spiegel für gut befunden hast.

Anzüge, Hemden oder Blusen sollten natürlich gebügelt sein und optimal sitzen. Der Mensch urteilt nun einmal nach dem ersten Aussehen und wenn du einen nachlässigen Eindruck machst, arbeitest du vielleicht auch so. Solche Assoziationen kann man niemandem übel nehmen, schließlich bleibt dem Personaler für die Sichtung der Unterlagen angesichts der zu bearbeitenden Menge meist nicht viel Zeit – im Durchschnitt nehmen sie sich ca. zwei Minuten. Kein Wunder also, wenn der Personaler entsprechend einfach und kategorisch entscheidet: ordentlich = sympathisch = vertrauenserweckend oder unordentlich = zweifelhaft bis unsympathisch = keine Chance.

Frauen sollten kein zu offenes Dekolletee zeigen. Störend wirken auch extravagante Schminkvariationen, überdimensionierter Schmuck (oder wild gemusterte Krawatten bei Herren). Lieber dezentes Make-up verwenden und zu unauffälligen Accessoires greifen. Die Füße erscheinen zwar für gewöhnlich nicht im Bild, ziehe dennoch Schuhe mit festen Absätzen (für Frauen gerne auch etwas höher) an. Dann wirkt deine Körperhaltung einfach straffer. Männer rasieren sich am besten einige Stunden vor dem Termin. Ansonsten tauchen eventuell unschöne Gesichtsrötungen auf dem Foto auf. Und für den vorherigen Frisörbesuch gilt: Lieber ein paar Tage früher hingehen, denn dann ist das Haar nicht übertrieben gestylt, sondern sitzt natürlicher. Vorsicht ist auch an heißen Tagen geboten, da es selbst für einen guten Fotografen schwierig ist, dich optimal abzulichten, wenn du schon verschwitzt zum Termin kommst.

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Wichtig!

Trotz all dieser Tipps ist das oberste Gebot: Sei du selbst! Gib dich natürlich und authentisch. Zugegeben, das sagt sich leichter, als es sich umsetzen lässt. „Verkleidete“ Menschen wirken jedoch oft zu verkrampft, und das erweckt nicht gerade Sympathie und Vertrauen beim Betrachter. Aber genau darauf kommt es an: ein sympathisches, vertrauenserweckendes Bild von dir, damit man dir auch etwas zutraut.

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Bitte recht freundlich

Professionelle Fotografen sprechen heute nicht mehr von Bewerbungsfoto, sondern verwenden den Begriff Businessbild, das auch für virtuelle Netzwerke und eventuell deine Internetseite genutzt werden kann. Dieses folgt den gleichen Regeln wie sein klassischer Vorgänger, wird aber viel individueller gestaltet – ganz nach persönlichem Geschmack. Das Urlaubsfoto in Badehose oder Bikini geht dabei natürlich immer noch nicht und knallbunte Hintergründe lenken eher vom Motiv ab – aber vielleicht ist eine interessante Pose in Businesskleidung vor einem Wahrzeichen der Stadt, aus der du kommst, etwas für dich? Berate dich hierzu ebenfalls mit dem Fotografen deines Vertrauens, aber lass dich auf keinen Fall zu eigenwilligen Positionen überreden, bei denen du dich unwohl fühlst.

Das Bild sollte einen natürlichen, freundlichen, sympathischen, vor allem offenen und kommunikationsfähigen Eindruck von dir vermitteln und rundheraus sagen: „Hallo, hier ist der einzig Richtige für Ihre Stelle!“ Ein sauertöpfisch dreinblickendes Gesicht deutet hingegen nicht unbedingt auf Leistungswillen hin. Trotzdem darf das Lächeln nicht gezwungen sein – gelassene Ernsthaftigkeit ist besser als ein festgefrorenes oder schiefes Dauergrinsen.

Ein Foto, das auf Augenhöhe mit dem Fotografen gemacht wird, fängt den direkten Blickkontakt zum Betrachter ein und vermittelt Offenheit, Ehrlichkeit sowie Selbstbewusstsein. Ein Bewerbungsfoto-Profi wird dich aber ohnehin fragen, auf welche Position und in welcher Branche du dich bewirbst. Daraufhin kann er dich beraten, welche Körperhaltung und Gesichtsausdruck passen, und Hintergrundfarbe und Lichtführung optimal auf den Zweck abstimmen. So versucht er, genau die Eigenschaften und Fähigkeiten bildlich herauszuarbeiten, die für den angestrebten Job erwartet werden. Nach den ersten Probeaufnahmen könnt ihr dann gemeinsam schauen, ob sie deinen Vorstellungen entsprechen. Um nach Abschluss des Shootings eine Ahnung davon zu bekommen, wie dein Bewerbungsfoto bei anderen ankommt, zeig es doch einfach im Freundes- und Familienkreis herum.

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Aus dem Rahmen fallen

Weder ein zu kleines noch ein zu großes Format ist ratsam. Auf ersterem erkennt dich niemand, während letzteres unter Umständen als Eitelkeit interpretiert werden kann: 5x7 cm oder 6x6 cm ist optimal. Ob hoch und quer ist mehr oder weniger dir überlassen, ob Schwarzweiß oder Farbe auch, obwohl die meisten Profis zu Schwarzweiß raten.

Ein anderes Format oder ein außergewöhnlicher Bildausschnitt bringen Dynamik ins Foto und wecken die Neugier des Betrachters. Ein angeschnittenes Gesicht beispielsweise fesselt den Blick viel eher, weil das Gehirn des Betrachters versucht, das Bild zu vervollständigen. Statt der typischen „Kopf und Kragen“-Fotos mit einem imaginärem Heiligenschein darüber also ruhig mal etwas Neues ausprobieren! Es darf aber auch nicht zu experimentell werden.

Lass dich auch beraten, welches Bild du für welche Bewerbung verwenden solltest. Der eigene Blick ist oft nicht objektiv genug und wird meist davon geleitet, ob du dich auf dem Bild selbst attraktiv findest oder nicht. Noch wichtiger ist aber, wie du auf andere wirkst, was du ausstrahlst. Lass dir eine CD mit verschiedenen Motiven aushändigen, die du je nach Unternehmen auswählst. Erwirb aber ruhig auch ein paar konventionelle Fotos auf Papier, da es noch einige Unternehmen gibt, die auf Originalfotos Wert legen. Um ein wirklich optimales Ergebnis zu erzielen, ist eine digitale Bildbearbeitung ratsam. Aber auch hier darf nicht übertrieben werden. Hautunreinheiten oder gelbe Zähne ein wenig zu retuschieren ist in Ordnung, von Schönheitseingriffen, also Korrekturen von Nase, Mund etc. oder digitalem Fettabsaugen, solltest du lieber die Finger lassen: Der Unterschied zwischen dem tatsächlichen Erscheinungsbild und dem Foto darf nicht zu groß sein, denn schließlich soll es ein Schritt in Richtung persönliches Kennenlernen im Vorstellungsgespräch sein.

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Alles, was Sie für ein erfolgreiches Berufsleben wissen müssen
(von Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader)

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