Problemgespräche - Wenn der Ausbilder meckert

Es fällt kein Meister vom Himmel – aber manchmal aus allen Wolken: Da hattest du als Auszubildende oder Auszubildender vielleicht nur etwas missverstanden. Und nun ist die kleine Katastrophe perfekt: Das Werkstück ist versägt, die Proben vertauscht, die falsche Akte weitergeleitet, der Kunde verärgert. Passiert so etwas einmal, wirst du deswegen nicht gleich vor die Tür setzen. Doch aufpassen musst du schon: Häufen sich Vorkommnisse dieser Art, kann das ernsthafte Konsequenzen für dich haben.

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Wirst du auf Fehler angesprochen, reagiere am besten so:

  • Überlegen Sie, ob wirklich Sie dafür verantwortlich waren – und nicht ein Kollege oder eine Kollegin; weisen Sie Ihren Ausbilder gegebenenfalls auf seinen Irrtum hin
  • Wenn Sie den Fehler auf Ihre Kappe nehmen müssen, streiten Sie auf keinen Fall darüber, ob das nun ein schlimmer Fehler war oder eher eine Lappalie: Rechthabereien können den sanftmütigsten Ausbilder auf die Palme bringen
  • Wenn Ihnen klar ist, wie es zum Fehler kam – prima, denn dann werden Sie ihn kein zweites Mal machen; ist Ihnen hingegen der Gesamtablauf nicht klar, besteht die Gefahr, dass Sie ein zweites Mal in die Falle tappen – fragen Sie also bei Unklarheiten sicherheitshalber nach und suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Ausbilder nach Möglichkeiten, diesen Fehler im Arbeitsprozess künftig zu vermeiden
  • Zeigen Sie Reue – doch übertreiben Sie es nicht, denn übertriebene Reue kann dazu führen, dass Ihr Ausbilder sich auf Arm genommen fühlt
  • Sollten andere Kolleginnen oder Kollegen von Ihrem Fehler mitbetroffen sein, entschuldigen Sie sich; wurden Kunden in Mitleidenschaft gezogen, ist die „Entschuldigung in Ihrem Namen“ eher Sache Ihres Ausbilders, da Sie meist noch nicht offiziell für das Unternehmen sprechen dürfen
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Das läuft nicht so,wie ich es erwartet habe

Da bist du nun voller Vorfreude und mit Feuereifer an den Ausbildungsstart gegangen – und stellst nach zwei, drei Monaten fest, dass sich die Dinge nicht so entwickeln, wie du gehofft hast: Du wirst nicht wirklich mit den Abläufen im Unternehmen vertraut gemacht, sondern fast nur für Botengänge oder Reinigungstätigkeiten missbraucht; du darfst an Abteilungsbesprechungen nicht teilnehmen, sondern musst stattdessen die Teilnehmer mit frischem Kaffee versorgen; dir wird nichts zugetraut, man nimmt dich nicht einmal zur Kenntnis.

Prüfe zunächst, ob diese Entwicklung vielleicht durch dein Verhalten begünstigt wurde: Bist du zu schüchtern, stellst du dich ungeschickt an, hast du Kolleginnen und Kollegen unbeabsichtigt verprellt? Wenn du derartige Dinge ausschließen kannst, wird es Zeit für ein Gespräch mit deinem Ausbilder. Denn immerhin gehört es zu deinen Pflichten, etwas zu lernen. In den allermeisten Fällen steckt auch kein böser Wille dahinter und man hat dich schlicht in der Hektik des Alltagsgeschäfts noch gar nicht richtig bemerkt.

Geh freundlich, sachlich und ohne Vorwürfe ins Gespräch: „Ich koche zwar gern Kaffee für Sie. Aber mir fällt schon auf, dass ich noch gar nicht richtig eingearbeitet wurde. Dabei könnte ich bestimmt schon jetzt einiges zu Ihrer Entlastung beitragen. Wie wäre es, wenn ich mir als erstes einmal die Ablage vornehme?“

Mach also die anderen auf deinen Einsatzwillen aufmerksam – im Nu wirst du entsprechend eingebunden werden.

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