Potenzialanalyse

In Kooperation mit Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie www.berufsstrategie.de

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„Küss mich!“ flehte der hässliche Frosch die schöne Prinzessin im bekannten Märchen an. Was sie nicht wusste: In der quäkenden Kröte verbarg sich in Wirklichkeit ein verwunschener Prinz. Was im Märchen meist glücklich endet, ist in der Realität leider meist viel schwieriger. Denn wer weiß schon so genau, was alles in ihm steckt und welche Potenziale, Talente und Fähigkeiten nur darauf warten, sich in einem passenden Beruf zu entfalten.

Zunächst: Mit der Frage nach der richtigen Berufswahl stehst du nicht allein da. Was kannst du eigentlich und welcher Beruf ist der richtige für dich? Solche und ähnliche Gedanken beschäftigen nicht nur dich als Berufsanfänger, sondern auch Menschen, die schon lange im Beruf stehen und wechseln wollen oder müssen. Daher lohnt es sich, frühzeitig und intensiv darüber nachzudenken. Bereite dich auf den Berufseinstieg gut vor, um spätere Frustrationen zu vermeiden.

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Hebe deinen Schatz an Potenzialen

Die meisten Jugendlichen haben am Ende ihrer Schulzeit nur vage Vorstellungen von ihrem zukünftigen Beruf. Viele wissen gar nicht, was sie überhaupt lernen sollen. Oft stellt sich die Frage: Studium oder praktische Ausbildung? Zudem wollen einige Eltern und Verwandte mitentscheiden oder geben Empfehlungen wie: „Studier doch Jura.“ oder „Mach eine Banklehre.“

Nicht anders ergeht es Studenten, deren Studium kein klares Berufsbild liefert, wie z. B. bei fast allen Geisteswissenschaftlern. Für welche Arbeitsplätze sind Germanisten, Historiker, Literaturwissenschaftler oder Soziologen geeignet? Und selbst Studienfächer wie Biologie, Psychologie oder Wirtschaftswissenschaften sagen noch nichts darüber aus, für welche konkrete Stelle man sich am Ende bewerben soll.

Die Kunst, deine eigenen Interessen und Vorstellungen zu prägen und voranzubringen, lässt sich aber bereits in der Schulzeit und dem Studium üben. Das hilft auch bei späteren Veränderungen im Berufsleben. Eine gute Organisation und effektive Strategie führen dich ans Ziel.

Folgende fünf Punkte bringen dich weiter:

  • Erkenne deine Begabungen und Fähigkeiten
  • Bestimme deine Neigungen und Interessen
  • Zeige dein Selbstbewusstsein und stärke dein Selbstvertrauen
  • Lerne die Spielregeln des Arbeitsmarktes kennen
  • Mobilisiere die Unterstützung für deine Ziele

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Wer bist du?

Die ganz zentralen Fragen für dich sind: Was für ein Mensch bist du, was willst du und welche konkreten Möglichkeiten hast du dafür? Vielen Berufsanfängern ist nicht bewusst, wie sie dem auf die Spur kommen sollen und eine Antwort darauf wirst du nicht so schnell finden. Du brauchst dafür Geduld und Vorbereitung.

Versuche einmal, diese Fragen schriftlich zu beantworten. Finde dafür Schlüsselworte, die deine Ziele kurz und prägnant beschreiben. Verkürze und vereinfache dabei. Erstelle eine Rangfolge deiner Zielvorstellungen. Dies ermöglicht dir, Prioritäten zu erkennen und Schwerpunkte zu bilden. Diese Analyse deiner persönlichen und beruflichen Situation verschafft dir Klarheit. Sie hilft beim Abwägen der Gründe für oder gegen einen bestimmten Berufsweg.

Um bei der Berufsfindung und anschließend im Arbeitsalltag erfolgreich zu sein, empfiehlt es sich ebenfalls, deine Leistungen, Fähigkeiten und Qualitäten in den Vordergrund zu stellen. Hilfreiche Tests und Übungen können dich dabei unterstützen. Wenn du für dich Klarheit hast, was du kannst und willst, wirst du auch später erfolgreich bei der Bewerbung und im Vorstellungsgespräch sein.

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Erkenne deine Fähigkeiten

Für eine angemessene Einschätzung solltest du aber auch noch andere Kriterien berücksichtigen. Überlege, was du dir alles über die Jahre angeeignet hast: Fertigkeiten, Kenntnisse, Erfahrungen. Denke auch daran, was dir schon immer schwer gefallen ist. Um mit Defiziten umzugehen, musst du diese erst einmal erkennen. Auch aus deinen Freizeitaktivitäten lassen sich Fähigkeiten ableiten. Engagierst du dich in einem Verein und kannst du gut mit Leuten umgehen? Beschäftigst Du dich gerne mit technischen Problemen? Bastelst du viel herum und besitzt du handwerkliches Geschick? Verbringst du viel Zeit damit, deine eigene Webseite zu erstellen?

Um mit deiner Berufsfindung und Bewerbung Erfolg zu haben, solltest du jedoch Stärken und Schwächen realistisch einschätzen. Sinnvoll ist dabei, mit Menschen aus deiner Umgebung darüber zu sprechen: Freunde, Eltern, Lehrer, Dozenten, Bekannte oder Trainer. Jene können dich, deine Fähigkeiten und Charakter von einem äußeren Standpunkt beurteilen. Deine Interessen zeigen die Richtung an, in die du gehen solltest, um das zu finden, was dir später einmal Spaß machen wird.

Folgende Stichpunkte können dabei als Anregung dienen:

  • Auf welche Schule (Schultyp) gehst du bzw. bist du gegangen?
  • Gibt/gab es bestimmte Fächer, die du gerne magst, in denen du gut bist, die dir leicht fallen – oder im Gegenteil dir ausgesprochen lästig sind?
  • Hattest du im Praktikum/Job Erfolgserlebnisse bzw. was ist dir gut gelungen?
  • Wie bist du mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ausgekommen, wie mit den Vor­gesetzten? Für Hochschulabsolventen mit den Kommilitonen, Professoren?
  • Welche Situationen im Praktikum/Job/Studium waren für dich angenehm, welche nicht? Warum war das so?
  • Hattest du im Praktikum/Job Erfolgserlebnisse bzw. was ist dir gut gelungen?
  • Hast du ein Hobby? Welchen Stellenwert nimmt es ein?
  • Was gefällt dir an dem Hobby?
  • Hast du den Wunsch, dich in deinem Hobby zu verbessern?
  • Bist du schon einmal oder bereits öfter in eine andere Stadt umgezogen? Was hat das in deinem Leben bewirkt?
  • Gibt es Dinge in deinem Leben, auf die du stolz bist?
  • Was würdest du einmal wahnsinnig gerne machen?

Setz dich intensiv mit diesen und ähnlichen Fragen auseinander. Es wird dir bei deiner Berufsfindung helfen.

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Sind Träume Schäume?

Traumberufe wohl jeder schon einmal gehabt: Astronaut, Rennfahrer, Model oder Schauspielerin. Die Grundlagen für diese Wünsche sind oft Interesse und Spaß an dem, was mit der gewünschten Tätigkeit verbunden wird: Naturwissenschaften, Technik, Präsentation, manuelles Geschick, Umgang mit Menschen, logisches Denken oder Kommunikation. Diese Interessen lassen sich für eine Vielzahl von Berufen nutzen.

Bevor Du dich für einen künftigen Beruf entscheidest, hör ruhig auf solche Träume und denke daran, sie zu nutzen. Das bedeutet nicht, dass Du zwingend der erste Mensch auf dem Mars oder ein zweiter Einstein werden musst, aber es weist dir eine Richtung, von der Du dich angezogen fühlst. Du stehst an einem wichtigen Wendepunkt deines Lebens und wenn Du deine Träume aufgibst, fehlt dir später vielleicht ein wichtiger Motivator, dich weiter zu entwickeln. Hobbies wie Singen, ein Instrument spielen oder Sport können dich ebenso auf einen passenden Berufsweg führen.

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Lauf nicht Moden hinterher

Lass dich nicht zu sehr von Trends leiten. Wenn etwas gerade angesagt ist, bedeutet das, dass alle es machen wollen und der Markt morgen überfüllt ist. Das verschlechtert deine Position. Überlege in jedem Fall, ob es wirklich dein eigener Wunsch ist. Wenn das so ist, dann kannst du auch hier etwas erreichen. Wenn nicht, dann überlege dir etwas, was besser zu dir passt. Arbeitsmarktprognosen unterliegen dabei ebenso Trends und treffen oft genug nicht zu.

Informiere dich frühzeitig. Grundlegende Informationen erhältst du unter anderem bei den Berufsinformationszentren (BIZ) oder auf den Webseiten der Arbeitsagentur ( www.arbeitsagentur.de und www.berufenet.de). Auch die Industrie- und Handelskammern (www.diht.de, Bereich Aus-und Weiterbildung) und die Beratungsstellen der Hochschulen helfen dir weiter. Weitere Infos und kurze Beschreibungen zu allen Ausbildungsberufen findest du unter: www.planet-beruf.de. Die Universitäten haben für ihre Studenten in der Regel Career Center eingerichtet, in denen sie beraten und auf Berufsfelder aufmerksam gemacht werden. Nutze dies unbedingt!

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Ausprobieren lohnt sich

Sammele möglichst viele, auch unterschiedliche, Erfahrungen. Durch Jobben, Praktika oder den neuen Bundesfreiwilligendienst (www.bundes-freiwilligendienst.de ) oder den Freiwilligendiensten der Kirchen und säkularer Einrichtungen ergeben sich interessante Chancen und Begegnungen mit der Arbeitswelt. Es lohnt sich, ein paar Wochen oder Monate, ein halbes oder sogar ein ganzes Jahr dafür zu investieren. Die gewonnenen Erfahrungen helfen dir, dich bewusst für oder gegen einen bestimmten Beruf zu entscheiden. Zudem sammelst du auch persönliche Kontakte. Zeig dich motiviert und von deiner sympathischen Seite. Solltest du dort später eine Ausbildung machen wollen, hast du dann beste Chancen. Und wenn du etwas anderes machen willst, dann hast du ja vielleicht jemanden kennen gelernt, der wiederum jemanden kennt... Unterschätze nicht den Einfluss sozialer Netzwerke – und damit ist nicht nur Facebook und Co gemeint, sondern die realen Kontakte, die sich zu einem sozialen Netz flechten lassen.

Wenn du Erfahrungen gesammelt und Eigeninitiative gezeigt hast, macht sich das besonders gut in deinen künftigen Bewerbungen. Das kann den Ausschlag für dich geben. Auch lassen sich falsche Vorstellungen vom Alltag eines angestrebten Berufes beseitigen. Zum Beispiel arbeiten Tischler heute auch mit Computern und Journalisten haben regelmäßig Deadlines und müssen sehr flexibel arbeiten. Wenn du das schon in einem Praktikum erfahren hast, kannst du spätere Enttäuschungen in einer Ausbildung vermeiden. Und der Abbruch einer Ausbildung macht sich nicht so gut im Lebenslauf.

Mach auch Auslandserfahrungen. Werde Austauschschüler, Au-Pair, oder absolviere während deines Studiums ein Auslandssemester oder ein ganzes Jahr. Das ist auch im Bachelor-Studium und diese Erfahrung solltest du dir nicht entgehen lassen. Schau da nicht so sehr auf ein schnelles, sondern schau auf eine vielseitige Studienzeit. Es werden auch Programme angeboten, für ein Jahr in einem anderen Land zu arbeiten. Es ist eine einzigartige Erfahrung, die du so schnell nicht wiederholen kannst und von der du dein ganzes Leben lang profitieren wirst. Du erhältst viele Eindrücke, lernst über den Tellerrand hinauszublicken, erweiterst deine Sprachkenntnisse und knüpfst Kontakte in die ganze Welt.

Überlege also in Ruhe, was du möchtest und kannst, bevor du dich für einen Berufsweg entscheidest. Teste es frühzeitig aus, um dir eine Vorstellung davon zu machen und dich notfalls noch korrigieren zu können. Damit zeigst du bereits Selbstsicherheit, Initiative und Einsatzwillen. Wenn du dies weiter verfolgst, solltest du letztlich deine Traumberuf erreichen können.

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Lesetipp:

1000 Wege nach dem Abitur

So entscheide ich mich richtig
(von Dieter Herrmann, Angela Verse-Herrmann)

Jedes Jahr stellen sich Hunderttausende von Schülern und Abiturienten die gleichen Fragen: Welche Möglichkeiten habe ich nach meinem Schulabschluss? Studium - aber welches Fach? Vielleicht doch besser eine Ausbildung? Ein Auslandspraktikum? Ein FSJ?

1000 Wege nach dem Abitur hilft bei der vielleicht schwierigsten Entscheidung im Leben und gibt alle wichtigen Informationen für die optimale Planung der beruflichen Zukunft.


Inhalte:

  • Ausbildung, Hochschulstudium oder duales Studium
  • Praktika, Bundesfreiwilligendienst oder andere Freiwilligendienste
  • Orientierungstests
  • Fördermöglichkeiten für Ausbildung und Studium
  • Tipps für die Aufnahmeprüfungen und Bewerbung

Erschienen:

  • 2013 bei STARK Verlag/Hallbergmoos
  • 200 Seiten
  • Broschur
  • ISBN: 3866687834
  • EAN: 9783866687837

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