Ich bin lesbisch - Ich bin schwul

Homosexualität

„Ich bin lesbisch“ oder „ich bin schwul“: Wenn du das bestimmt von dir sagen kannst, hast du meist schon eine längere Phase der Unsicherheit mit deinen eigenen Gefühlen und Wünschen hinter dir. Mit dieser gewonnenen Sicherheit über die eigenen Empfindungen fällt es dir leichter, Freunde, Freundinnen und Eltern „einzuweihen“. Denn während es in unserer doch so offenen Gesellschaft selbstverständlich ist, dass heterosexuelle Paare in der Öffentlichkeit Händchen halten oder sich küssen, müssen sich homosexuelle Paare dafür oft immer noch erklären.


Die eigene Sicherheit
Eine erste Ahnung deiner Homosexualität hattest du wahrscheinlich schon sehr früh: Als Junge hat dich typisches Jungenspielzeug nie interessiert und als Mädchen hast du keine Liebesbriefchen an den Jungen in der Reihe hinter geschrieben. Jungen waren für dich als Mädchen gute Kumpel zum Fußballspielen, ein zaghaftes Verlangen nach körperlicher Nähe zu ihnen hast du nie verspürt. Vater, Mutter und Kind-Spiele mit den typischen Rollenverteilungen waren dir immer ein Gräuel. Und als Junge hast du in der Schule nicht für deine knackige Deutschlehrerin geschwärmt, sondern der junge Physiklehrer hatte es dir angetan. Das hast du aber aus Angst vor blöden Kommentaren niemandem gesagt. Deine Gefühle sind mit dir Achterbahn gefahren und die ohnehin nicht immer ganz einfache Zeit der Pubertät ist durch deine ersten gleichgeschlechtlichen Neigungen nicht einfacher geworden, denn auch deinem besten Freund oder deiner besten Freundin mochtest du dich aus Unsicherheit und Angst nicht anvertrauen. Und deinen Eltern schon gar nicht, denn die erwarteten von dir nur sehr gute Schulzeugnisse, damit aus dir mal was wird. Doch mit der Zeit bist du dir immer sicherer in deiner Gefühlswelt geworden: Als Mann sind für dich andere Männer und als Frau andere Frauen attraktiv. Und dann ist auch der Zeitpunkt gekommen, wo du dich mit deinen Gefühlen nicht mehr verstecken willst. Die Zeit ist reif für ein Coming-out.

Das Coming-out
Als Lesbe oder Schwuler musst du immer damit rechnen, dass deine sexuelle Orientierung zum Thema gemacht wird oder auf Ablehnung stößt. Deshalb braucht es eine gehörige Portion Mut, mit anderen über die eigenen Gefühle zu sprechen. Letztendlich wird es für dich aber eine Befreiung sein, endlich den Druck der Geheimhaltung loszuwerden. Hier ein paar Orientierungspunkte:

  • Deine besten Freunde stehen überwiegend zu dir. Einige werden gar nicht überrascht sein, weil ihr euch doch sehr nahe seid.
  • Deine Eltern und Geschwister brauchen vielleicht einige Zeit, sich an deine Homosexualität zu gewöhnen. Doch du solltest etwas Geduld haben, schließlich hast du mehrere Jahre gebraucht, bis du dir ganz sicher warst. Mach deinen Eltern aber ganz klar, dass du ernst genommen werden willst, so wie du bist.
  • Sorge auch für ein offenes Verhältnis zu den Großeltern, besonders wenn du ein enges Verhältnis zu ihnen hast. Mach dich aber auch auf Akzeptanzprobleme gefasst. Auch deine Großeltern brauchen etwas Zeit.
  • Problematischer ist häufig das Coming-out in Schule, Ausbildung oder am Arbeitsplatz. Hier kommt es erfahrungsgemäß schon mal zu Mobbing und Ausgrenzung. Oder Lehrer, Ausbilder oder Arbeitgeber haben Vorurteile und halten dich auf Grund deiner sexuellen Orientierung einfach für weniger leistungsstark. Überlege im Vorfeld genau, wem gegenüber du dich wie outen willst. Ein schlichtes „Ich fahre mit meinem Partner am Wochenende weg“ sollte für dich als Mann eigentlich ohne großes Aufsehen möglich sein.

Wenn du unsicher bist oder Unterstützung brauchst, wende dich an eine Beratungsstelle!

www.comingout.de

www.lsvd.de

www.lambda-online.de

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