Heute schon gegoogelt?!

In Kooperation mit Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie www.berufsstrategie.de

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Wenn du nach einer passenden Ausbildungsstelle oder einem Arbeitsplatz suchst, findest du im Internet mittlerweile reichlich Unterstützung. Von diesen Bewerbungstipps bis hin zu Online-Jobbörsen findest du alles für eine erfolgreiche Bewerbung – auch Informationen über einen möglichen Arbeitgeber. Schließlich ist es wichtig, Details über die Firma und ihren Ruf in der Branche zu kennen.

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Umgekehrt funktioniert das Spiel allerdings genauso. Personalchefs nutzen zunehmend das Internet, um Details von potenziellen Mitarbeitern zu erfahren. Was du in deinen Bewerbungsunterlagen schreibst, ist eine Sache. Eine andere ist, ob der Personalchef das glaubt und vielleicht wissen will, „was für einer du wirklich bist“. Um das herauszufinden, genügen ihm oft ein paar Klicks, und er weiß Bescheid. Und genau darin liegt das Problem: Viele Menschen breiten sich in der Internet-Community aus und wissen nicht, welche Spuren sie hinterlassen, die nicht mehr zu löschen sind. Selbst alte „Sünden“, Texte, Fotos und Videos können noch nach Jahren gefunden werden.

So kann der Chef z. B. an Fotos und Videos sehen, was du in deiner Freizeit machst, wo und wie du lebst, welche Bücher du liest oder welche CDs du hörst. Er kann deine Hobbys und deine Probleme aufspüren... Aber keine Angst, wenn es um eine Ausbildungsstelle oder den ersten Arbeitsplatz geht, wird selten ein solcher Aufwand betrieben. Trotzdem muss dir klar sein, dass immer die Möglichkeit besteht, sich ein Bild von dir auch außerhalb deiner Unterlagen zu machen. Sei also vorsichtig, wie du dich im Netz verhältst. Auch im Hinblick auf deine berufliche Zukunft. Ein positives Image im Netz könnte eines Tages eine Entscheidung positiv beeinflussen.

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Wo Personalchefs fündig werden und was sie dort über dich erfahren

Internetplattformen wie XING, LinkedIn, Facebook, Pinterest, Youtube oder Foto-Communities wie Flickr sind ideale Fundgruben, um mehr Informationen über einen Bewerber zu finden, als er in seinen Unterlagen preisgibt. Den Musik-, Film- oder Büchergeschmack erfährt ein Personalentscheider womöglich über die Wunschliste bei Amazon. Peinlich wird es, wenn der zukünftige Chef dort plötzlich Titel zum Thema Schwarze Messen, Aggro-Musik oder mit noch kruderem Inhalt findet und du dich eigentlich in einem seriösen Versicherungsunternehmen beworben hast. Genauso unangenehm sind Titel wie „Wie wehre ich mich gegen meinen Chef?“, „100 Tricks zum Faulenzen“ oder zu gesundheitlichen oder finanziellen Problemen.

Wo und wie du lebst, verrät ihm Google Map. Er gibt deine Adresse aus den Bewerbungsunterlagen ein und weiß sofort, in welchem sozialen Umfeld du lebst. Findet er dich in einer Community wie Facebook oder Flickr, weiß er über deine Freundesliste auch, in welchen Kreisen du verkehrst. Auf dem Pinnbrett liest er deine Kommentare und nebenbei kann er an deinen Fotos sehen, wie du so deine Freizeit verbringst. Du beschreibst dich im Vorstellungsgespräch als jemand, der nur für die Karriere lebt? Dumm nur, wenn du auf jedem zweiten Foto beim Feiern und in ähnlichen Zuständen zu sehen bist. Fotos wie „Mann, waren wir besoffen!“ sind da kontraproduktiv. Beteiligst du dich an Diskussionen bzw. Foren innerhalb einer Gruppe, kann er etwas über dein Gruppenverhalten erfahren: Bist du eher der Vermittler oder provozierst du gerne? Wie ist deine Ausdrucksweise? Der Sprachgebrauch der Rapper-Szene ist in einer Bank ganz sicher nicht erwünscht.

Übrigens muss sich ein Personalchef keine sonderlich große Mühe geben, dich zu finden. Suchmaschinen wie www.123.people.de oder www.yasni.de sparen ihm viel Zeit, indem sie ihm auf einen Blick alle Einträge liefern, die im Netz über dich zu finden sind. Manchmal hilft ihm auch der Zufall.

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Wie du dich vor einem negativen Image schützen kannst

Viele sind überrascht, wenn sie herausfinden, welche Informationen man über sie sammeln kann. Dabei „verschulden“ sie diese Spuren meist selbst, indem sie unbekümmert und offenherzig persönliche Daten oder Details aus ihrem Privatleben ausplaudern. Den letzten Krach mit der Freundin oder den Eltern in einer Gruppe zum Thema machen? Denk daran, wer das alles lesen kann. Wenige machen sich die Mühe und lesen die Hinweise zu den Sicherheitseinstellungen und zum Datenschutz. Ein großer Fehler – denn dann wüssten sie, dass die meisten Betreiber von Websites wie bei Online Shops deine Daten sammeln und unter Umständen an Dritte verkaufen. Achte deshalb auf die Voreinstellungen der Betreiberseite. Durch die Voreinstellung des Online-Büchermarktes Amazon war beispielsweise vor März 2008 jede Wunschliste öffentlich. Mittlerweile ist sie nur für den Kunden einsehbar. Oder denk an deine Sicherheitseinstellungen bei Facebook – dort surfen Personaler besonders gern, um vorab Informationen über Bewerber zu recherchieren. Trotzdem machen viele Nutzer private Dinge mit Absicht öffentlich. Überleg dir das gut! Chat-Programme wie ICQ, AIM, Skype, Google-Chat oder MSN-Messenger sind sehr beliebt – auch hier solltest du mit sensiblen Informationen vorsichtig sein. Gechattet wird meist schnell und spontan. Gehört ein Personalchef – vielleicht „undercover“ - zu deinen Kontakten, äußere nichts unüberlegt, bitte keine Gefühlsausbrüche und deine Meinung zu heiklen Themen behältst du auch besser für dich. Gib nicht zu viel über dich preis, denn Personaler suchen inzwischen ganz gezielt in sozialen Netzwerken den Kontakt zu Bewerben, und zwar vor einem Vorstellungsgespräch. Wenn du geschickt agierst, kannst du aber auch im Vorfeld einer Einladung positive Stimmung für dich machen.

Hinweise über dich können im Internet aber auch gezielt gelegt werden. Mobbing ist ein großes Thema und gerade die Internetplattform „SchülerVZ“ hat schon für reichlich Wirbel gesorgt. Gönnt dir jemand deinen Erfolg nicht oder gibt es privaten Stress, können echte Fotos von dir oder gefakte und üble Nachrichten auf virtuellen Pinnwänden oder in Läster-Gruppen sehr schnell negative Folgen für dich haben. Sich dagegen zu wehren, ist leider sehr schwer. Lass es am besten durch Zurückhaltung bei privaten Einträgen, Kommentaren und Fotos gar nicht erst dazu kommen.

Mit ein paar einfachen Regeln kannst du herausfinden, was über dich im Netz steht und wie du dich in Zukunft vorsichtiger verhältst: Google dich selbst oder gib deinen Namen in Personensuchmaschinen wie www.yasni.de oder www.123.people.de ein. Du erhältst sofort eine Trefferliste mit allen Einträgen über dich. Google dich regelmäßig: So weißt du immer, wie es um deinen Ruf im Netz bestellt ist.

Gib in Plattformen wie Schüler- oder StudiVZ, wer-kennt-wen oder Facebook etc. so wenig private Informationen wie möglich ein oder nur solche, die ein positives Licht auf dich werfen. Verwende Nicknames für deinen Account. Wenn diese jedoch bekannt werden, hast du wieder das gleiche Problem. Bei XING sind Nicknames auch gar nicht erwünscht. Gib niemals deinen Nickname und deinen richtigen Namen zusammen an bzw. verrate keine Details über dich, die es Bekannten oder Vorgesetzten leicht machen, dich zu identifizieren. Prüfe die Sicherheitsstandards, bevor du deine Passwörter, deine Konto- oder Telefonnummer preisgibst.

Überprüfe die Möglichkeiten, in deinen Einstellungen wichtige Daten zu verschlüsseln und nur wirklichen Freunden oder vertrauenswürdigen Personen freizuschalten. Ein Profil bei Facebook kann offiziell nur ein „Freund“ betrachten. Sei deswegen vorsichtig, wen du zum Freund machst!

Achte auf dein Verhalten im Netz. Wähle eine gute Ausdrucksweise und lass dich nicht zu Lästereien animieren – das schadet dir genauso wie anderen. Einträge in Foren, Gästebücher oder Blogs sollten besser keine Peinlichkeiten enthalten. Sei dir daher bewusst, dass eine virtuelle Persönlichkeit nicht unbedingt mit der realen übereinstimmen muss. Ein Personalchef muss nicht als solcher zu erkennen sein, wenn er als Privatmann mit „zufällig“ denselben Interessen wie den deinen agiert.

Nutze die Möglichkeit, unerkannt durchs Netz zu surfen. Du kannst deine IP-Adresse, anhand derer jeder Computer zu identifizieren ist, anonymisieren. Entsprechende Dienstleister findest du unter http://meineipadresse.de/html/anonym_surfen_2.php.

Das Googeln deines Namens ist besonders sinnvoll, wenn es den Namen mit großer Wahrscheinlichkeit öfter gibt – wie „Stefan Meier“ zum Beispiel. Ist ein Stefan Meier in krumme Geschäfte verwickelt und ein Personalchef könnte dich mit ihm verwechseln, wäre das sehr schlecht für dich. Sich dagegen zu wehren, ist schwierig. Weißt du aber davon, hast du im Vorstellungsgespräch einen Vorteil. Wenn du das Gefühl hast, die Fragen deines künftigen Chefs beziehen sich auf diese „falsche“ Person, kannst du die Verwechselung aufklären.

Diverse Firmen bieten mittlerweile ihre Dienste an, um gegen Rufschädigung im Netz vorzugehen oder Verwechslungen zu verhindern. Der bekannteste Anbieter ist www.reputation-defender.de. In deren Auftrag findet er alle negativen Einträge über dich und löscht sie, soweit ihm das möglich ist. Du selbst kannst die Dienste von www.yasni.de und www.123.people.de nutzen, um die positiven Einträge über dich in der Trefferliste der Suchmaschinen nach oben zu platzieren.

Wertvolle Tipps, um Cybermobbing zu verhindern, und andere Informationen rund um das Thema Datensicherheit findest du zum Beispiel unter www.klicksafe.de oder www.mekonet.de.

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Wie du dir das „ewige Gedächtnis“ Internet zunutze machst

So negativ das Internet für manche Nutzer sein mag, es hat auch buchstäblich seine positiven Seiten. Mit einer gut und seriös gemachten Bewerberhomepage beweist du deinem künftigen Arbeitgeber, dass du es ernst meinst mit deiner Leistungsbereitschaft. Hier ist Platz für ein aussagekräftiges Foto, Arbeitsproben, Nachweise deines sozialen Engagements sowie für die Beschreibung deiner Persönlichkeit und deiner Ideen. Gib deine Homepage einfach in deinen Bewerbungsunterlagen mit an und verweise im Anschreiben darauf.

Auch ein eigener Blog mit einem beruflich oder gesellschaftlich interessanten Thema oder über deine Hobbies kannst du beeindrucken. Es soll ja schon vorgekommen sein, dass bekannte Blogger auf diesem Weg einen Job gefunden haben oder zumindest als Experte bekannt wurden.

Immer gut sind natürlich Artikel oder Fotos, auf denen du beim sozialen Engagement oder einer ehrenamtlichen Tätigkeit zu sehen bist. Bewirbst du dich in kreativen Branchen wie in Werbeagenturen oder bei Film und Fernsehen, für Graphikdesign oder in Handwerksberufen wie Schneider, Friseur etc., dann sind Internetportale wie das Online-Fotoportal Flickr, Facebook oder Youtube die beste Werbeflächen überhaupt. Dort kannst du deine kreativen Ideen wie in einer Art virtuellen Galerie präsentieren und potentielle Arbeitgeber auf dich aufmerksam machen.

Die erwähnten Internetplattformen unterstreichen dein Image positiv, wenn du darauf achtest, welchen Umgang du dort hast und welche Fotos und Videos du über dich verbreitest. Positiv fällt auf, wenn du dort als Moderator in einer Gruppe fungierst, selbst eine Gruppe gründest oder interessante Diskussionsthemen anschneidest. Gerade Gruppen mit beruflichem Bezug können sich zu einem wahren Business-Beschleuniger entwickeln. Personalchefs stöbern gern darin nach fähigen neuen Mitarbeitern. Ansprechend und gut recherchierte fachliche Beiträge können da für Aufmerksamkeit sorgen. In Gruppen mit Freizeit-Themen kannst du deine Persönlichkeit außerhalb des Büros zeigen. Die Teilnahme an Gruppen für ungewöhnliche Hobbies ist immer ein Eyecatcher.

Alles in allem ist das Internet für deine Bewerbung unverzichtbar (schon allein, weil viele Firmen mittlerweile auf eine Onlinebewerbung bestehen). Nutze es als deine Chance, dich einem breiten Kreis an potentiellen Arbeitgebern als beste Wahl für eine Stelle zu zeigen – aber hab immer ein Auge auf dein virtuelles Image.

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Lesetipp:

Neue Formen der Bewerbung

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(von Jürgen Hesse, Hans Christian Schrader)

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Ja - sofern man authentisch bleibt, die Unterlagen auf die Branche abstimmt und sich positiv von den Mitbewerbern abhebt. Denn egal ob man die klassische schriftliche Bewerbung, die digitale Variante wählt oder gleich auf die persönliche Kontaktaufnahme setzt: Entscheidend ist die Idee, die die Bewerbung unverwechselbar macht. Kompetent und praxisnah zeigen die Bewerbungsprofis Hesse/Schrader, wie man das Interesse des Personalchefs

Inhalte:

  • Innovativ: Blog und Bewerbungsvideo
  • Social Networks: Xing, Facebook & Co.
  • Kreativ: Plakat, Profilcard, Steckbrief
  • Vernetzt: Recruiting-Messen und Visitenkarten-Partys

Erschienen:

  • 2013 bei STARK Verlag/Hallbergmoos
  • 160 Seiten
  • Broschur
  • ISBN: 3866687966
  • EAN: 9783866687967
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