Gemeinsam sind wir stark – pauken in Lerngruppen

Ob Kommunikationstheorien, Anatomie, Statistik oder Rechnungswesen: In der Gruppe lässt sich oft besser lernen als alleine. Allerdings gibt es ein paar Grundregeln für Lerngruppen, damit sie effizient funktionieren und nicht nur zur bloßen Plauderrunden werden.

Lerngruppen vor dem Abi, für die Prüfung am Ende der Ausbildung oder im Studium sind eine sinnvolle Sache. Die Lernenden profitieren voneinander und im besten Fall gelingt es sogar, die Gedanken zu vernetzen und in Gemeinschaftsarbeit ein tieferes Verständnis des Stoffes herzustellen. Allerdings entsteht unter Studenten und Schülern manchmal ein regelrechter Lerngruppen-Zwang. „Hast du auch schon eine Lerngruppe?" heißt es dann von allen Seiten. Wer tatsächlich noch alleine lernt, fühlt sich nicht selten unter Druck gesetzt und denkt, ohne Lerngruppe geht es nicht. Das stimmt aber nicht unbedingt. Jeder Mensch lernt anders. Der eine schafft mehr alleine am Schreibtisch, der andere braucht die Motivation der Gruppe.

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Einzelkämpfer: Jeder Mensch lernt anders

Der Typ Einzelkämpfer sollte dazu stehen und sich nicht in eine Lerngruppe, in der er sich nicht wohl fühlt, drängen lassen. Auch kommt es darauf an, wie die einzelnen Gruppenmitglieder drauf sind. Erscheint einer nur zu den Treffen, um Wissen abzuzapfen oder übt ständig Kritik, nur um dagegen zu sein, zieht das die ganze Gruppe runter. Also lieber frühzeitig derartige Störenfriede aus der Gruppe werfen – oder notfalls die Gruppe auflösen, wenn keine Lernatmosphäre aufkommt. Denn das Engagement in einer schlechten Lerngruppe ist vergeudete Zeit.

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Gruppengröße: Drei oder vier Freunde dürft Ihr sein

Und wie findet sich eine gute Lerngruppe zusammen? Im besten Fall verbünden sich Leute, die sich schon vorher kennen. Zum Beispiel von einem gemeinsamen Referat oder von der gemeinsamen Berufsausbildung vor dem Studium. Dann weiß man sicher, dass die Chemie stimmt. Jede völlig neu zusammengewürfelte Gruppe ist zunächst ein Wagnis – kann aber trotzdem super funktionieren. Oft braucht es allerdings ein wenig Anlaufzeit, während der man sich zusammenrauft, bis es dann richtig rund läuft. Außerdem wichtig: Der richtige Ort. Es muss ruhig sein und genügend Platz für alle geben. Die Bibliothek oder das Café um die Ecke fallen somit als Treffpunkt weg. Als Ideal für die Gruppengröße gilt drei oder vier Leute. Falls es fünf werden, funktioniert das meistens noch, mehr dürfen es aber nicht werden.

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Organisation: Ohne sie geht es nicht

Der nächste Erfolgsgarant heißt „Organisation". Bereits beim ersten Treffen sollten die nächsten Folgetermine festgelegt werden und was zu welchem Treffen vorbereitet werden muss. Auch ein kurzes Ergebnisprotokoll ist wichtig, damit alle immer auf dem gleichen Stand sind. Falls Plaudertaschen in der Gruppe sind, die Fragen zur Orga oder Persönliches ausgiebig bequatschen möchten, hilft eine Stoppuhr. Wenn z. B. die ersten 30 Minuten nach Beginn um sind, wird zum Lernstoff übergegangen. Ebenfalls wichtig sind Teilziele und ein Endziel für die ganze Gruppe, z. B. dass alle die Prüfung mindestens mit einer 2,5 bestehen.

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Spaß: Lernen darf lustig sein!

Obwohl jeder von sich denkt: „Ich bin nett und umgänglich", treten trotzdem in fast jeder Lerngruppe irgendwann Streitigkeiten auf. Vielleicht weil einer auf seiner Lösung beharrt oder ein anderer nach einer barschen Kritik beleidigt schweigt. Darum sollte zum Start der Lerngruppe kurz die Gesprächs- und Diskussionskultur thematisiert werden. Zum Beispiel ist es wichtig, dass jeder zu jedem Thema etwas sagen darf, niemand einem anderen ins Wort fällt, dass Lob geäußert wird und Kritik nicht verletzend werden darf. Und nicht zuletzt: Es darf gelacht werden! Frei nach dem Motto „Alles was beim Lernen Freude macht, unterstützt das Gedächtnis" sind witzige Beispiele und plastische Schilderungen erlaubt. Falls die Späße ausarten, darf die Lernzeit ausnahmsweise mal abgekürzt und das Ende des Treffens in die nächstbeste Kneipe verlegt werden. Denn das Plaudern über den Alltag, das Tagesgeschehen, die Uni oder die Lehrer verbindet und schafft eine gute Basis für erfolgreiche Lernrunden.

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