Essstörungen: Die Gesichter und Facetten

Die unterschiedlichen Gesichter und Facetten

Dünn-sein, durchtrainiert-sein, perfekt aussehen- immer mehr Menschen nehmen sich dies als Ziel. Die Medien vermitteln einem, dass durch den richtigen Körper auch das Glück und die Zufriedenheit kommen. Doch viel Sport, gesundes Essen und ein verfälschter Schönheitswahn können gefährliche Ausmaße annehmen. Wenn die Liste der vermeintlich ungesunden Lebensmittel überhand nimmt, sich die Gedanken nur noch um Muskeln, Schlankheit oder Gewicht kreisen, sollten die Alarmglocken läuten und ein Blick auf das psychische Wohlbefinden geworfen werden. Die Gesichter und Facetten sind vielfältig. Dementsprechend schwer ist es zu erkennen, ob tatsächlich eine Essstörung vorliegt. Sollte dies jedoch der Fall sein und man erkennt bei sich selbst oder auch bei anderen eine Essstörung, sollte schnell gehandelt werden. Denn je früher den betroffenen Personen geholfen wird, desto besser sind die Heilungschancen.


Doch woran erkennt man eine Essstörung, was gibt es für Formen und wie kann Betroffenen geholfen werden?

Ob Orthorexia Nervosa, Bulimia Nervosa (Bulimie), Binge Eating, Anorexia Nervosa (Magersucht) oder Anorexia Athletica, alle Essstörungen haben eins gemeinsam: das alltägliche Essen bestimmt die Gedanken und letztendlich das Leben.

Krankhaft gesund ernähren

Orthorexia Nervosa äußert sich darin, dass Betroffene sich besonders gesund ernähren wollen. Es folgen Verbote bestimmter Lebensmittelgruppen. Nährwerte und Zutaten werden analysiert und in gesund und ungesund eingestuft. Das Essverhalten mag in den Augen anderer gesund und bewundernswert wirken, aber genau darin besteht die Gefahr. Unbemerkt ist die ‚gesunden Ernährung' bereits zu einer Sucht geworden ist.

Bulimie - die Ess-Brech Sucht

Was bei der Orthorexia Nervosa in Form von besonders achtsamer Ernährung zu Tage kommt, geschieht bei der Bulimia Nervosa, umgangssprachlich bekannt als Bulimie, eher hinter den Kulissen. Betroffene sind meist normalgewichtig und auch das Essverhalten scheint nicht auffällig. Sind sie jedoch nicht in Gesellschaft, kommt es zu Essattacken, die durch Gegenmaßnahmen wie exzessiven Sport, Erbrechen und den Gebrauch von Abführmitteln erfolgen. Dies erschwert Angehörigen das Erkennen der Bulimie.

Wenn Essen eine Sucht wird

Eine weitere Essstörung ist das Binge Eating. Anders als bei der Bulimia Nervosa kommt es bei den Betroffenen zwar auch zu Essattacken, jedoch finden hier keine Gegenmaßnahmen statt, sodass es vermehrt zu Adipositas kommt. Betroffene essen ohne, dass sie Hunger verspüren. Charakteristisch ist auch ein Verschlingen von großen Mengen von sehr kalorienhaltiger Nahrung.

Nie dünn genug

Das genaue Gegenteil zeigt sich bei der Anorexia Nervosa, auch Magersucht genannt. Was oft mit einer einfachen Diät aufgrund von Unzufriedenheit mit dem eigenen Gewicht beginnt, endet im gefährlichen Untergewicht. Doch obwohl Magersüchtige schon längst sichtlich untergewichtig sind, hungern sie weiter. Die Gedanken kreisen um Essen, Kalorien und der Zahl auf der Waage. Wichtig als Außenstehender in dieser Situation ist, die Lage richtig einzuschätzen. Denn die Unterernährung kann böse Folgen für den gesamten Körper haben.

Die Sucht nach Sport und Muskeln

Eine geringe Kalorienzufuhr und jede freie Minute nutzen um sich sportlich zu betätigen, das sind die Hauptsymptome der Anorexia Athletica. Das Ziel hier ist der durchtrainierte Körper, exzessiver Muskelaufbau und Fitness. Es wird sich übermäßig verausgabt, dem Körper wird keine Auszeit gegönnt, der Sport wird letztendlich zur Sucht.

Die Untiefen der eigenen Psyche

Den meisten Betroffenen, die unter einer Essstörung leiden, ist jedoch nicht bewusst, dass hinter ihrer Obsessionen viel mehr als nur Kalorien, der Zahl auf der Waage und Essen, steckt. Der gesellschaftliche Druck, der Schlankheitswahn und der eigene Charakterzug ist nur die eine Seite der Essstörung. Auch Umstände wie die Pubertät und das soziale Umfeld fließen mit ein. Vor allem aber liegen dem Ganzen jedoch seelische Probleme zu Grunde. Unbewusst werden die Probleme durch den Kampf mit dem eigenen Körper in den Hintergrund geschoben und das Thema Essen in den Vordergrund. Denn wer sich mit seinem Körper und dem Essen beschäftigt, dem bleibt keine Zeit sich mit den eigentlichen Problemen, den seelischen, auseinander zu setzen. Doch der Weg zur Erkenntnis, dass es um etwas ganz anderes geht als um das Offensichtliche wie dem Essen, Sport etc., kann lang sein. Auch Angehörigen fällt es schwer die Facetten der Erkrankung zu verstehen.

Die richtigen Informationen und richtige Hilfe

Letztendlich ist es egal, warum eine Person hungert, erbricht oder exzessiv Sport betreibt. Denn das Wichtigste ist, dass geholfen und unterstützt wird. Erkennt man bei einer nahe stehenden Person oben genannte Anzeichen sollte an erster Stelle das Informieren stehen. Nur wer informiert ist und das Krankheitsbild versteht, kann konstruktiv mit dem Betroffenen das Gespräch suchen. Wenn dies allerdings nicht hilft, sollten dringend Fachleute miteinbezogen werden, denn oft reagieren Betroffene mit Ablehnung und Uneinsichtigkeit. Informationen zu den einzelnen Formen der Essstörung gibt es massig. Ob Bücher von Betroffenen, die ihren Weg aus der Bulimie, Magersucht o.a. berichten oder reine Informationsbücher von Ärzten und Psychologen, das Angebot des Hilfsmaterials ist groß. Auch zahlreiche Internetseiten informieren ausführlich.

Sich selber treu bleiben, das wahre Glück suchen

Dass die Zahl der Essgestörten zunimmt, zeigt, wie wichtig es ist, realistische Schönheitsideale zu haben und sich selber treu zu sein.

Denn Glück kommt nicht auf der Waage und auch nicht beim Kalorien zählen,- Glück kommt von Innen!

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