Der Weg in die WG: Immer schön freundlich sein!

Ein WG-Zimmer zu finden, ist gar nicht so einfach. Die Konkurrenz ist groß, die Auswahlkriterien sind hart. Doch wer sich schnell auf eine Anzeige meldet, offen und freundlich ist, hat zumindest gute Chancen, in die nähere Auswahl zu kommen. Danach entscheidet nur noch die Sympathie darüber, ob man den Zuschlag erhält.

Das WG-Leben ist nicht für jeden was. Falls man nicht die Großherzigkeit in Person ist, braucht es ein dickes Fell, um die Macken mancher Mitbewohner zu ertragen. Die eine singt auf dem Klo, der andere vergisst seine geöffneten Joghurtbecher so lange im Kühlschrank, bis pelzige Untermieter drin wohnen und der dritte bevölkert täglich mit seiner Lerngruppe das gemeinsame Wohnzimmer. Aber es hat auch Vorteile: Ein Zimmer lässt sich oft noch finanzieren, eine ganze Wohnung nicht. Außerdem ergeben sich über die WG neue Kontakte. Man lernt andere Studenten kennen, geht z. B. als Geisteswissenschaftler mit seinem Mitbewohner auf Bauingenieur-Partys und sitzt abends nicht mutterseelenallein in seiner Wohnung. Da man für die nächsten Monate, Semester und im besten Fall Jahre mit diesen Menschen eine Wohnung teilt, sollte man sie gründlich auswählen. Falls einem die Pädagogik-Studentin mit dem Blümchen-Rock schon nach den ersten drei Sätzen auf die Nerven geht, wird sich das im Laufe der Zeit vermutlich nicht bessern. Ähnlich sieht es mit dem Jura-Studenten aus, der mehr über seinen von Papa gesponserten Golf redet als über sich.

nach oben

Leben mit den Macken der anderen

Auch bei der Wohnung sollte man auf sein Bauchgefühl hören: Fühle ich mich im Zimmer und der Wohnung wohl? Falls Mitbewohner und Zimmer passen, kann man getrost zusagen. Wenn man denn so weit gekommen ist. Meistens scheitert es nämlich schon daran, dass man keinen Termin zur Wohnungsbesichtigung kriegt. Ruft man Tage nach der Veröffentlichung der Suchanzeige an, ist das Zimmer sowieso schon fort. Denn in den meisten Uni-Städten sind WG-Zimmer hart umkämpft. Als Erstsemester beispielsweise muss man schon großes Glück haben, um eine Zusage zu kriegen. Oft werden höhere Semester bevorzugt, weil es da kein Risiko mehr gibt, dass sie nach dem ersten Semester zurück zu Mutti ziehen, um doch lieber eine Ausbildung oder sonst was zu machen. Von daher lautet die oberste Regel: Flink sein! Anzeigenblätter, Tageszeitung, WG-Suchportale, einschlägige Facebook-Gruppen etc. regelmäßig studieren und sofort anrufen oder mailen, wenn eine interessante Anzeige auftaucht. Da der erste Eindruck prägend ist, sollte man unbedingt nett sein und, falls es sich ergibt, ein paar Details mitteilen, beispielsweise dass man bereits im 3. Semester ist, was man studiert oder dass man eine neue WG sucht, weil die alte von den Vermietern aufgelöst wird.

nach oben

Vorbereitet zum Termin erscheinen

Der nächste Schritt ist der Besichtigungstermin. Clever ist, wer schon am Telefon gefragt hat, welcher Name auf dem Klingelschild steht und sich die Telefonnummer der WG eingesteckt hat, falls der Bus Verspätung hat. Darüber hinaus ist es klug, sich für den Termin vorzubereiten, indem man sich die wichtigsten Eckdaten der Anzeige und ein paar wichtige Fragen zur Wohnung notiert hat. Zum Beispiel ob es WLAN gibt, wie lange die Mitbewohner zusammen wohnen, wie hoch die Miete ist und ob man einen Abstand zahlen muss. Außer guter Laune muss man ansonsten nichts zum Vorstellungstermin mitbringen.

nach oben

Keine Schleimspur hinterlassen ...

Manche Studentenportale oder -zeitschriften empfehlen, einen Bierkasten oder Kuchen mitzubringen, damit man sich gleich in geselliger Runde näher kennen lernen kann. Das mag gut gemeint sein, doch oft bewirkt es das Gegenteil: Die potentiellen neuen Mitbewohner fassen das als Schleimerei auf und sind nicht angetan, sondern abgestoßen. Was aber durchaus einen Bestechungsversuch wert ist, ist der Besitz von Haushaltsgeräten. Falls es sich ergibt – und nur dann! – kann man z. B. geschickt einfließen lassen, dass man stolzer Besitzer eine Mikrowelle oder einer Waschmaschine ist. Ansonsten gilt: Möglichst authentisch und offen sein, freundlich und interessiert sein. Einen guten Eindruck macht es außerdem, wenn man sich nicht nur stumm durch die Wohnung führen lässt, sondern ins Plaudern kommt. Allerdings nicht nur übers Wetter reden, sondern eher über Hobbys, Studienfach, Heimatort etc. Vielleicht gibt es Gemeinsamkeiten mit den Mitbewohnern, die als Pluspunkt vermerkt werden.

nach oben

Herzlichen Glückwunsch: Du hast das Zimmer!

Einige WGs veranstalten regelrechte Castings, um den geeigneten Kandidaten zu finden. Da wird schon an der Tür ein Foto geschossen, man muss einen zweiseitigen Fragebogen ausfüllen und über seine Putzgewohnheiten Rede und Antwort stehen. Der beste Weg ist der, es mit Humor zu nehmen. Merkt man aber, dass man für einige Späßchen – z. B. einem Abwaschtest mit dem dreckigen WG-Geschirr – keine Nerven hat, kann man das getrost sagen. Vermutlich passt die WG sowieso nicht, weil man einen anderen Sinn für Humor hat die WG-Bewohner. Nach dem Besichtigungstermin heißt es dann zu warten. Da sich meistens eine Menge Studenten die Wohnung angeschaut haben, braucht es seine Zeit, bis die Entscheidung gefallen ist. Durch ständiges telefonisches Nachfragen bessert man keineswegs seine Chancen auf den Zuschlag. Also lieber still abwarten. Erlaubt ist höchstens eine Mail, SMS oder Whats App am nächsten Tag, dass einem die Wohnung gut gefallen hat und man das Zimmer nehmen würde.

nach oben

Weitere Tipps, Tests und Artikel

Wie eure Liebe eine Fernbeziehung übersteht

Tipps für eine Wochenendbeziehung

Tägliches Pendeln zur Uni

Ob Kommunikationstheorien, Anatomie, Statistik oder Rechnungswesen: In der Gruppe lässt sich oft besser lernen als alleine.