Der richtige Zeitpunkt für eine Familie: Schwanger werden – heute noch oder doch lieber erst morgen?

Den perfekten Zeitpunkt für ein Familienleben zu dritt oder viert gibt es nicht. Manche Paare bekommen mit Mitte Zwanzig ihr erstes Kind, andere mit Ende Dreißig. Wichtig ist, dass der Zeitpunkt passt.

„Kinder möchte ich schon – irgendwann." Denkst du auch so? Und hast du auch Angst, dass aus dem „Irgendwann" vielleicht ein „Nie" wird? Dann geht es dir so, wie vielen anderen. Nicht, dass es das jetzt besser macht. Aber der Segen, sich den Zeitpunkt für Kinder (und die Anzahl der Kids ebenfalls) aussuchen zu können, ist zugleich ein Fluch. Denn wie soll man eine Entscheidung treffen, deren Konsequenzen man nicht überschauen kann? Genau das ist bei der Familiengründung der Fall. Wie es sich anfühlt, ein Kind zu haben, was das mit einem und dem Partner macht, was sich im Alltag ändert: All das weiß man erst, wenn das erste Kind da ist. Insofern ist der Schritt zum Elternsein immer ein Wagnis, das Mut erfordert. Manche der Freunde und Freundinnen scheinen keine Zweifel zu kennen und lassen sich mit einer beneidenswerten Sicherheit auf das Abenteuer „Familie" ein. Andere grübeln und warten auf den perfekten Zeitpunkt. Den es übrigens nicht gibt.

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Kinder kosten viel Geld

Wer darauf wartet, dass ihm das Leben zuflüstert: „Jetzt stimmt alles, um das perfekte und gesunde Kind zu bekommen, das dein Leben vollkommen macht!" wird darüber alt und grau werden und vor allem kinderlos bleiben. Denn mal ist das Studium noch nicht abgeschlossen, dann droht im Job die Kündigung, die Oma wird krank oder die Beziehung steckt in einer Krise. Auf einen besseren Moment zu warten, lohnt also nicht. Sinnvoll ist es aber, für sich selbst zu klären, was einem wichtig ist. Für viele ist das eine abgeschlossene Berufsausbildung und ein stabiles Standing im Job. Was auch Sinn macht. Schließlich kosten Kinder viel Geld. Allerdings wachsen die Kosten mit den Kindern, was das Finanzielle wieder überschaubarer macht. Am Anfang braucht ein Baby noch nicht viel. Bodys, Strampler, Jäckchen und Co. sind noch relativ günstig. Außerdem lassen sich Babyklamotten, Kinderwagen, Tragetuch etc. gut gebraucht kaufen. Was bleibt, sind die Kosten für Windeln und – falls das Baby mit der Flasche gefüttert wird – das Babymilchpulver. Erst ab dem Kindergartenalter werden die Anziehsachen deutlich teurer und die Kinderwünsche nach z. B. einem Fahrrad oder ferngesteuerten Auto ebenfalls. Bei den Betreuungskosten ist es anders herum: Ein Kindergartenplatz für ein einjähriges Kind ist meistens im Vergleich teurer als der für einen Dreijährigen. Allerdings sind in Deutschland die Elternbeiträge für einen Platz bei einer Tagesmutter, im Kindergarten etc. nach der Höhe des Einkommens gestaffelt: Wer viel verdient, zahlt auch mehr. Darüber hinaus sind Betreuungskosten als Sonderausgaben von der Steuer absetzbar.

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Ein weiterer Punkt, der für ein paar Jahre Berufserfahrung vor dem ersten Kind spricht, ist die Vereinbarkeit von Familie und Job. Zwar werden Kitas, Tagesmutterplätze und Kinderhorte derzeit kräftig ausgebaut, doch oft decken sie nicht den kompletten Bedarf ab, den berufstätige Eltern haben. Auch fällt das schöne Betreuungskonzept, das sich Eltern für ihre Kinder aufgebaut haben, in sich zusammen, wenn die lieben Kleinen mal wieder einen Virus aus der Kita mitgebracht haben und mit Fieber zu Hause bleiben müssen. Eine (zusätzliche) stabile private Betreuung durch Großeltern oder Freunde ist häufig sinnvoll, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Mutter oder der Vater eine Weile daheim bleiben. Allerdings lässt sich nach der Elternzeit besser im Job durchstarten, wenn man an seinen bisherigen Arbeitsplatz zurückkehrt bzw. schon Berufserfahrung aufzuweisen hat, als wenn der Einstieg in den Job zu meistern ist.

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Sprecht miteinander über Eure Vorstellungen

Liegt ein sinnvoller Zeitpunkt für den Start ins Familienleben also eher in den Dreißigern als in den Zwanzigern? Was das Finanzielle und die Karriere angeht sicherlich schon. Aus biologischer Sicht sind die Zwanziger deutlich besser. Dann ist noch genügend Zeit für ein zweites, drittes oder viertes Kind – und der Körper steckt die monatelangen Nachtschichten besser weg. Auch ist es kein Geheimnis, dass die Zahl der befruchtungsfähigen Eiszellen mit dem Alter abnimmt. Wer seinen Kinderwunsch über den 35. Geburtstag hinausschiebt, muss einkalkulieren, dass die Familiengründung schwieriger werden könnte. Statistisch gesehen steigt bei älteren Müttern außerdem die Zahl der Fehlgeburten und Fehlbildungen beim Kind.

Fazit: Jedes Paar muss für sich den richtigen Zeitpunkt für die Familiengründung finden. Besprecht dafür miteinander, wie ihr euch die Betreuung vorstellt, wer Elternzeit nimmt, wie ihr finanziell gestellt seid, welche Karriereambitionen vorliegen und wie ihr euch die Erziehung vorstellt. Nicht vergessen solltet ihr auch Hobbys und Lebensträume wie Reisen oder der Umzug ins Ausland.

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