Deine Performance

In Kooperation mit Hesse/Schrader – Büro für Berufsstrategie www.berufsstrategie.de

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Mit der Einladung zum Vorstellungsgespräch hat sich deine Bewerbungsarbeit gelohnt. Du hast das Interesse beim Empfänger geweckt. Das Vorstellungsgespräch ist nun die Chance, deinem potentiellen Arbeitgeber auch „live“ zu beweisen, dass du der Richtige bist.
Worauf kommt es jetzt an? Es geht nicht darum, deine schriftliche Bewerbung mündlich zu wiederholen. Im Vorstellungsgespräch entscheiden andere Kriterien für oder gegen dich: Hier zählen zu 70 Prozent deine Persönlichkeit, zu 20 Prozent deine Leistungsbereitschaft und zu zehn Prozent dein fachliches Können und Wissen. Personalentscheider wollen herausfinden, ob du zum Unternehmen und in das vorhandene Team passt - persönlich und fachlich. Dein Auftreten und der Eindruck, den du hinterlässt, entscheiden darüber. Damit du auch bei deiner persönlichen Vorstellung positiv punktest, brauchst du Selbstvertrauen, etwas Glück und eine gute Vorbereitung. Zum Glück kannst du dafür einiges tun.

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Die Vorbereitung: Die Basis für deinen souveränen Auftritt

Das Vorstellungsgespräch ist vergleichbar mit einer mündlichen Prüfungssituation. Je besser du dich vorbereitest, desto geringer wird die Gefahr, diese Chance zu verschenken. Nimm dir genügend Zeit, dir zu überlegen, wie du ein überzeugendes Verkaufsgespräch über deine eigene Person führst. Das wird dir um so eher gelingen, wenn Du darstellen kannst:

  • was du selbst kannst
  • wer du bist
  • was du möchtest und
  • was dein potenzieller Arbeitgeber für diese Stelle ganz genau sucht.

Wenn du weißt, was auf dich zukommt und du dich gut auskennst, trete auch so auf. Bewertet wird natürlich auch dein Aussehen, deine Erscheinung, deine Art dich auszudrücken und deine allgemeinen „Manieren".

Recherchiere die genaue Adresse deines künftigen Arbeitgebers, den genauen Anfahrtsweg und die Zeit, die du dafür benötigst. Sorge dafür, dass du frisch, ausgeruht und konzentriert erscheinst. Pünktlichkeit und eine ruhige Ausstrahlung ist oberstes Gebot für einen gelungenen ersten Eindruck. Kümmere dich um ein passendes, ordentliches Outfit. Informiere dich, welche Kleidung in der Branche üblich ist. Im Zweifel besser overdressed: Eine Krawatte wird man dir eher nachsehen, als ein unpassender Schlabberlook. Rauch vorher nicht, verzichte auf starke Gewürze im Essen, Parfum nur dezent.

Sympathie weckst du mit Sicherheit und einer guten Körperspannung (nicht schlaff im Sessel hängen), mit ruhigen Bewegungen, einer angenehmen, nicht zu lauten Stimme, einem offenen Blick, einem Lächeln und einer angemessenen Wortwahl. Wende dich deinen Gesprächspartnern zu. Höre aufmerksam hin und falle deinen Gesprächspartnern nicht ins Wort. Sprich nicht zu schnell und vermeide zu viele „Ähs“ und große Pausen.

Bereite dich vor allem inhaltlich auf das Gespräch vor. Wer als Bewerber schwafelt oder nicht in der Lage ist, ein klares Bild von sich und seinen Fähigkeiten zu vermitteln, darf sich nicht wundern, wenn er durchfällt. Es gibt einige Standardfragen, die Du kennen solltest und passende Antworten parat haben. Das gibt dir die Sicherheit, wenn du nervös werden solltest. Bleib bis zum Ende des Termins konzentriert. Auch ein Small Talk am Schluss des Gesprächs ist noch Teil deines Auftritts. Das Vorstellungsgespräch ist erst zu Ende, wenn du das Firmengelände verlassen hast. Egal, wie es gefühlsmäßig für dich gelaufen ist – bewahre Haltung. Selbst am Firmentor kann dir noch ein Entscheidungsträger begegnen.

Unser Tipp: Übe deinen Auftritte vor dem Spiegel, einer Kamera oder mit einem Freund. Je öfter, desto besser. Achte auf deine Bewegungen und deine Gesichtsausdrücke. So kannst du am besten beurteilen, ob deine Botschaft so beim Gegenüber ankommt, wie du es möchtest.

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Fünf vor zwölf: Wie viel Zeit du einplanen solltest

Die Dauer eines Vorstellungsgesprächs hängt von der zu besetzenden Position ab, den branchen- und berufsspezifischen Aspekten, ob es ein Einzelinterview oder ein Gruppeninterview ist und nicht zuletzt von der Persönlichkeit des Interviewers und des Bewerbers selbst.

Im Durchschnitt solltest du von folgenden Zeiten ausgehen:

  • Azubis im Schnitt zwischen 20 und 45 Minuten
  • Sachbearbeitung zwischen 45 und 60 Minuten
  • erste Position nach dem Studium eine bis zwei Stunden
  • höhere und Führungspositionen eine bis mehrere Stunden

Die Länge des Gesprächs ist kein Garant für den Erfolg. Vielleicht war man unsicher oder hatte Fragen. Auch sehr kurze Vorstellungsgespräche können durchaus zum Job führen. Bring aber genügend Zeit mit und lass den Tag ansonsten terminfrei.

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Der Ablauf eines Vorstellungsgesprächs

In der Regel läuft ein Vorstellungsgespräch nach einem ganz bestimmten Muster ab. Du kannst in den meisten Fällen davon ausgehen, dass folgende Themen mit den entsprechenden Fragen auf dich zukommen:

1) Begrüßung und Einleitung des Gesprächs

Dies ist der Moment, in dem der berühmt-berüchtigte erste Eindruck geprägt wird. Versuche, gelassen zu wirken und einigermaßen selbstsicher zu erscheinen. Hier geht es oftmals mehr um Small Talk als anderes. Wird das vom Bewerber nicht ausreichend berücksichtigt, gefährdet er das Ziel, nämlich von sich als Ganzes zu überzeugen.

2) Motive der Bewerbung und Leistungsmotivation

Typische Fragen:

  • Warum wollen sie gerade bei uns arbeiten?
  • Warum möchten sie diese Ausbildung absolvieren?
  • Warum wollen se den Arbeitsplatz wechseln?

Dein Gegenüber testet, wie fundiert Motivation und Interesse sind. Ist dieser Arbeitsplatz erste Wahl oder nur Kompromiss bzw. sogar Notlösung? Leg dir vorher eine plausible Argumentation zurecht. Beeindrucke den Personalchef in deiner Begründung mit Fakten über das Unternehmen, die du vorher z. B. auf seiner Website recherchiert hast. Wie z.B. „Sie haben einen Preis für Ihre Nachwuchsförderung erhalten und gehören zu den Marktführern der Branche.“ Beklage dich auf keinen Fall über deine jetzige Situation oder den Arbeitsmarkt.

3) Ausbildung, Studium und beruflicher Werdegang

Typische Fragen:

  • Wie verlief Ihr bisheriger Berufsweg?
  • Was sind derzeit Ihre konkreten Arbeitsaufgaben?

Planung oder Zufall? Ist ein roter Faden bei deinen Motiven für Ausbildungs-, Studienfach-, Arbeitsplatz- und Positionswechsel erkennbar? Überleg dir vorher, was und wie du antworten und welches Bild du dabei von dir erzeugst.

Eine weitere mögliche Frage:

  • Warum haben sie Arbeitgeber/Schule/Uni öfter bzw. selten gewechselt? Hier will man Schwachstellen aufdecken. Gut vorbereitet kannst du dich geschickt aus der Affäre ziehen.

4) Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund

Typische Fragen

  • Erzählen sie etwas über sich, wir möchten sie gerne kennenlernen.
  • Was macht ihr Freund/Freundin/Mann/ihre Frau/ihre Eltern beruflich?

Dies ist ein Test nach dem Motto: „Zeige mir dein Umfeld, und sich sage dir, wer du bist“. Sei dir darüber im Klaren, dass du eine relativ konfliktfreie, weitgehend problemlose heile Welt präsentieren solltest. Du bist nicht zur Wahrheit verpflichtet - und zwar dann nicht, wenn dein Gegenüber so genannte unzulässige Fragen stellt. Das sind Fragen nach der politischen Meinung oder Privatplänen (z. B. Heirat). Erlaubt sind auch keine Fragen nach Vorstrafen, laufenden Ermittlungsverfahren sowie Parteizugehörigkeit.

Begreife die Frage als Chance, für deine Persönlichkeit zu werben. Denke daran, dass dein Chef wissen will, ob du der Richtige für ihn bist. Überlege also, was für die Stelle wichtig ist und verpacke dazu die notwendigen Fähigkeiten in die Antwort. Bei einer Stelle mit Kundenkontakt ist es auf jeden Fall besser, von deiner Kontaktfreudigkeit und Menschenkenntnis zu erzählen. Hast du in der Freizeit bereits eine Gruppe geleitet oder etwas Ähnliches? Es geht nicht darum, zu lügen. Betone aber deine entsprechenden Eigenschaften besonders.

5) Gesundheitszustand

Typische Fragen:

  • Waren sie schon mal ernstlich krank?
  • Wie oft gehen sie im Jahr zum Arzt?

Ihr Gegenüber testet, ob du ein gesunder, im Berufsleben einsatzfähiger Mensch bist oder ob mit Fehlzeiten zu rechnen ist. Der Arbeitgeber darf sich nur nach aktuellen Erkrankungen erkundigen, die die berufliche Leistungsfähigkeit einschränken. Bagatellerkrankungen, auch ein kleiner Heuschnupfen, gehen ihn nichts an.

6) Berufliche Kompetenz und Eignung

Typische Fragen:

  • Wie gut kennen sie sich in unserer Branche, in unserem Metier aus?
  • Welche Kongresse, Fachtagungen, Weiterbildungen haben sie in der letzten Zeit besucht?

Es geht darum zu prüfen, wie dein aktueller Wissensstand ist. Kannst du kompetent mitreden, einschätzen, beurteilen? Typisch ist auch folgende Frage:

  • Was spricht für und was gegen sie als Kandidat?

Dies ist ein Test zur Selbsteinschätzung. Eine Kurzzusammenfassung der Argumente, die für dich sprechen und höchstens ein, zwei harmlose dagegen, sind jetzt gefordert.

7) Informationen für den Bewerber/die Bewerberin

Jetzt wird dein Gegenüber berichten, wie es bei ihm in der Firma/Institution zugeht. Das ist eine wichtige Gesprächsphase, in der es vor allem auf deine Fähigkeit zuzuhören ankommt, d.h., zeig dich interessiert, frage nach, nicke zustimmend.

8) Arbeitskonditionen

Hier werden grob die Rahmenbedingungen abgeklärt, wie Aufgabengebiet, Arbeitszeit, Probezeit, Kündigungsfristen, Sonderzahlungen etc. Detailliert besprochen werden diese Aspekte aber erst, wenn du wirklich in die absolut engere Wahl kommst, oft bei einem zweiten Vorstellungsgespräch.

9) Fragen des Bewerbers/der Bewerberin

Im Vorstellungsgespräch kannst bzw. solltest du sogar selbst Fragen stellen. Damit unterstreichst du dein Interesse. Aber bitte frag nicht als erstes nach dem 13. Monatsgehalt oder wann du Urlaub haben kannst.

Fragenbeispiele:

  • Ist diese Position/dieser Arbeitsplatz neu geschaffen worden oder fester Bestandteil in Ihrem Unternehmen? Gibt es ein Organigramm (Organisationsplan), in dem der ausgeschriebene Arbeitsplatz dargestellt wird?
  • Ich interessiere mich sehr für ... und habe gelesen, dass sie genau dazu eine Neuerung geschaffen haben. Darf ich dazu Genaueres erfahren?
  • Wie ist die Einarbeitungsphase geplant? (Ansprechpartner, Programm, wie lange)
  • Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen?
  • Was habe ich für Aufstiegsmöglichkeiten in Ihrem Unternehmen?

10) Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung

Hier wird oft noch einmal die Gelegenheit für etwas Small Talk ergriffen. Frag, ab wann du mit einer Nachricht etwa rechnen kannst bzw., ob und wann Du dich melden darfst.

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Lesetipp:

Die perfekte Bewerbungsmappe für Ausbildungsplatzsuchende

EXAKT - Das perfekte Vorstellungsgespräch + E-Book Professionell vorbereiten und überzeugen

(von Jürgen Hesse und Hans Christian Schrader)

Wenn Ihre schriftliche Bewerbung überzeugt hat, werden Sie zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Was müssen Sie dabei beachten? Welche Fragen können gestellt werden? Und wie hinterlassen Sie beim Personaler einen kompetenten und motivierten Eindruck?All das erklären Hesse/Schrader in diesem Ratgeber.

Inhalte:

  • Gesprächsablauf und Fragenrepertoire
  • Die 10 Phasen des Vorstellungsgesprächs
  • Typische Fragen und mögliche Antworten, z.B.: Warum sollen wir gerade Sie einstellen
  • Gesprächsführung und -psychologie
  • Rhetorik und Körpersprache
  • Verhalten in Einzel- oder Gruppengesprächen und Stressinterviews
  • Tipps zur Gehaltsverhandlung
  • Zu diesem Buch erhalten Sie zusätzlich und kostenfrei das E-Book als PDF oder E-Pub. Ihren persönlichen Download-Code für den Stark E-Book-Shop finden Sie am Ende des Buches.

Erschienen:

  • Oktober 2014 bei Stark Verlag/Hallbergmoos
  • Broschiert
  • ISBN: 3849013413
  • EAN: 9783849013417
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